Von Dr.-Ing. Wilhelm Roelen, Duisburg-Hamborn

Die europäische Wirtschafts-Kommission der UNO hat auf Grund sorgfältiger Untersuchungen für das Jahr 1951 ein europäisches Kohlendefizit von rd. 12 Mill. t errechnet. Die Hauptgründe für den Fehlbetrag sind darin zu suchen, daß die beiden größten europäischen Kohlenlieferanten, England und Deutschland, ihre Produktions- und damit auch ihre Exportziele nicht erreichen, und daß die polnische Ausfuhr nach Westeuropa rückläufige Tendenz zeigt. Gleichzeitig steigt bei wachsendem Bedarf der Eisenindustrie und der allgemeinen Wirtschaft der Inlandsverbrauch besonders in England, Frankreich und Deutschland.

Die derzeitige Steinkohlenförderung Westeuropas liegt knapp über der Linie von 400 Mill. t.

Das Fördervermögen Frankreichs – und hier überwiegend des Reviers Pas de Calais – ist mit 50 Mill. t Jahresförderung (einschl. der Saar 65 Mill. t) voll erschlossen und läßt eine Steigerung nicht zu; die Erhaltung schon erfordert übermäßige Anstrengungen.

Südbelgien mit knapp 20 Mill. t Jahresförderung läuft langsam aus. Die fallende Förderung wird schon seit Jahrzehnten nur unter Kostenzuschüssen aufrechterhalten. Die Campine mit 8 Mill. t Jahresförderung kann Entlastung geben. Die Gunst des Standortes an den Wasserstraßen ist in der Campine einmalig, und echte Kokskohle steht, wenn auch unter einem gewaltigen Deckgebirge, hier relativ günstig an.

Der holländische Bergbau ist mit 12 Mill. t Jahresförderung zu überanstrengt, um so viel Kohle zu fördern, wie der Landesverbrauch mengenmäßig erfordert.

Der Kohlenbergbau Großbritanniens, der vor dem 2. Weltkrieg über eine Jahreskapazität von 240 Mill. t verfügte, ist seit der im Zuge der Nationalisierung erfolgten Einführung der 5-Tage-Woche zunächst auf 200 Mill. t Jahresförderung abgesunken und verfügt trotz steigender Mechanisierung nicht über die innere Kraft, diese Produktion wesentlich zu erhöhen.