Der Papst hat sich geweigert, polnische Bischöfe für die von Polen besetzten deutschen Ostgebiete einzusetzen. Diese Maßnahme zeigt, daß man im Vatikan weiterhin zu der Enzyklika steht, in der die Vertreibung der Deutschen aus diesem Gebiet als schweres Unrecht gebrandmarkt wurde. Die Aufforderung der polnischen Regierung an den katholischen Klerus des Landes, die Bistümer den neuen Landesgrenzen anzupassen und die leeren Stellen zu besetzen, ist vorläufig wirkungslos geblieben; denn in der katholischen Kirche kann nur der Papst Bischöfe einsetzen und bestätigen.

Im April dieses Jahres haben die polnischen Bischöfe mit der kommunistischen Regierung ein Konkordat geschlossen, das ihnen mehr Freiheit ließ als zum Beispiel das Abkommen zwischen Kirche und Staat in Ungarn. In Moskau war man denn auch recht unzufrieden mit diesem Übereinkommen, und der polnische Innenminister Wolski mußte einem bedeutungslosen linientreuen Beamten Platz machen. Eine zu große Konzession – nur von der anderen Seite – sah aber auch der Vatikan in diesem Abkommen, und als der Erzbischof von Krakau, Fürst Sapieha, in diesem Sommer Rom besuchte, ließ ihn sein einstiger Studienkollege Pius XII. zehn Tage warten, Sie er ihn empfing. Die polnischen Bischöfe, nur in ihrem Nationalismus bisweilen mit der Regierung einig, hätten die ehemaligen deutschen Bistümer gern besetzt; das Verbot des Heiligen Stuhls trifft sie gegen ihren Willen, und das wird sie die angedrohten Repressalien der Warschauer Regierung nicht gerade leichter ertragen lassen P. H.