Im Dachgeschoß des Hauptfinanzamtes der Hansestadt Hamburg gedeiht die Kunst, und zwar gerade diejenige, die sich im allgemeinen steuerlich noch nicht sonderlich rentiert: die moderne, die junge. Hier richtete vor nunmehr fünf Jahren, im Dezember 1945, Dr. Gottfried Sello die „Galerie der Jugend“ ein, wobei von vornherein der Begriff „Jugend“ nicht so sehr auf das Lebensalter der jeweils ausstellenden Künstler wie auf den Charakter ihres Schaffens bezogen wurde. Trotz ihrer abseitigen Lage entwickelte sich diese Galerie schnell zu einem künstlerischen Brennpunkt Hamburgs, einer Stätte der Anregungen, Auseinandersetzungen und neuer Entdeckungen inmitten eines Klimas der Beharrung.

Aus Anlaß des kleinen Jubiläums wird augenblicklich eine Ausstellung gezeigt, die von Oberstaatsanwalt Ernst Buchholz als eifrigem Freunde und Förderer neuer Kunst eröffnet wurde. Sie vereinigt Arbeiten von 25 Künstlern, die seit dem Bestehen der Galerie, zum Teil in Gedächtnis- oder Kollektivausstellungen, zum Teil mit einzelnen Werken bereits hier vertreten waren. Es sind darunter die klangvollsten Namen der deutschen Gegenwartskunst und die bemerkenswertesten Köpfe der hamburgischen Malerei, th.