DIE ZEIT

Deutschland und die Vierer-Konferenz

Die Kriegsfanfaren tönen gedämpfter, und sanfte Klänge von Friedensschalmeien mischen sich zaghaft in das internationale Konzert –: es scheint, als solle eine Ära der Verhandlungen beginnen.

Appell der asiatischen Staaten

Der Japaner Tanaka war es, der die Doktrin verkündete: „Um die Welt zu erobern, muß man zunächst Asien erobern; um Asien zu besitzen, muß man zunächst China unterwerfen; um China zu unterwerfen, muß man zuerst die Mandschurei und die Mongolei beherrschen; um die Mandschurei und die Mongolei zu beherrschen, muß man zuerst Formosa und Korea besetzen!“ Mehr als 50 Jahre später trägt der Streit um diese beiden angeblichen Schlüssel zur Weltherrschaft nach den Worten Wyschinskis „den Keim des dritten Weltkrieges“ in sich.

Aufschlußreiche Zahl

Aus einer Veröffentlichung des Statistischen Amtes der UNO geht hervor, daß das Durchschnittseinkommen in der Sowjetunion 1949 je Kopf 308 Dollar und also das Volkseinkommen.

Die Ufa sollte so nicht sterben. . .

Vom alten Hasen in Feld und Wald sagt man, er kenne zu seinem Glück die Jäger, die ihn jagen. Dies nun waren alte Filmhasen, die ich an drei verschiedenen Abenden sprach.

DIE WOCHE

In Korea trat vorübergehend eine Kampfpause ein. Die kommunistischen Truppen näherten sich bis auf wenige Kilometer dem 38. Breitengrad.

Clement Attlee

Fünf Tage lang haben Präsident Truman und Premierminister Attlee vergangene Woche über die Fehler jener fünf Jahre verhandelt, die seit ihrem letzten Zusammentreffen verstrichen sind.

SED-Kirche in Vorbereitung

Es scheint, daß in der Sowjetzone der Kampf gegen die Evangelische Kirche aus dem Stadium der Polemik in das einer aktiven Politik tritt.

Antwort der Jungen

Immer wieder wird vorgeschlagen, man solle es doch der europäischen Jugend überlassen, sich untereinander über die Verteidigung Westeuropas auseinanderzusetzen; anstatt Minister, Parlamente und Journalisten dieses Thema zerreden zu lassen.

Endlich Hilfe für die Jugend

Etwa 300 000 Jugendliche ziehen in der Bundesrepublik von Ort zu Ort, ohne Ziel, und die meisten auch ohne Hoffnung. Ihnen soll jetzt geholfen werden.

Notizen

Die acht Träger der diesjährigen Nobelpreise für Literatur, Naturwissenschaften und Medizin – darunter die Deutschen Prof. Diels und Kurt Alder – haben am fünfzigsten Jahrestag der Gründung der Nobelstiftung (am 10.

Ohne Stammpublikum

Am Staatstheater in Braunschweig wirkt ein junger Kapellmeister: der Hindemith-Schüler Heinz Zeebe. Seiner Initiative und der verständnisvollen Unterstützung durch die Stadt sind die „Festlichen Tage neuer Kammermusik“, die kürzlich zum zweiten Male in Braunschweig stattfanden, zu danken.

Die unwiederbringliche Kunst

Als „die erstaunlichste Tochter“ des Grand iècle (wie der Satiriker Scarron sie nannte) lebt Ninon de Lenclos im Bewußtsein der Nachweit.

DIE LITERARISCHE ZEIT

Man könnte die persönlichen Erinnerungen an den letzten Weltkrieg – Tagebücher, autobiographische Romane, lyrische Meditationen – bequem in zwei Gruppen aufteilen.

WALTER BENJAMIN (gestorben 1940):: Das Gewicht des Vergessenen

Nie wieder können wir Vergessenes ganz zurückgewinnen,und das ist vielleicht gut. Der Schock des Wiederhabens wäre so zerstörend, daß wir im Augenblick aufhören müßten, unsere Sehnsucht zu verstehn So aber verstehn wir sie, und um so besser, je versunkener das Vergessene in uns liegt.

Magisches Kammerspiel

Die deutschsprachige Premiere der Cocktail-Party“ von T. S. Eliot wurde ein Theaterereignis, zu dem das Düsseldorfer Opernhaus den Andrang aus dem ganzen Bundesgebiet kaum bewältigen konnte.

Der belastete Dackel

Wenn ich schon als Werkzeug bei hinterlistigen Aktionen dienen muß, so geschehe es wenigstens meinerseits mit unverletztem Gewissen.

Antikes und Exotisches

Vermächtnis der antiken Kunst (Gastvorträge zur Jahrhundertfeier der Archäologischen Sammlungen der Universität Heidelberg, herausgegeb.

Kortners „Don Carlos“

Fritz Kortner wollte mit seinem „Don Carlos“ einen neuen Aspekt der Schillerschen Tragödie zeigen. Das Drama der Despotie gegen die Freiheit sollte herausgekernt werden.

Gloria mundi

Ein eisiger Wind brauste durch die New Yorker Twenty-second Street, als auf dem Zementboden einer offenen Garage hinter dem Warenhaus Weißenberger die Wohnungseinrichtung und sonstigen Habseligkeiten Elisabeth Bergners und ihres Gatten Dr.

Das Leben, der härteste Linkshänder

Der Name Ernest Hemingway ist wieder einmal in aller Mund. Seit zehn Jahren, seit der Veröffentlichung von „Wem die Stunde schlägt“, wartete man auf ein neues Buch des „Weltmeisters der Literatur“.

Dissonanzen...

Die Hamburger Musikhalle gehört zu den wohlerhaltenen und daher doppelt repräsentativen Gebäuden der Hansestadt. Sie wurde 1945 sogleich von der Besatzungsmacht für die Zwecke des englischen Soldatensenders in Beschlag genommen, so daß seither das Philharmonische Orchester mit seinen regelmäßigen Konzerten in dem einzig und allein dafür geeigneten Hause die Rolle eines freundlich geduldeten Gastes zu spielen hat.

Ein Unzeitgemäßer

Der Tod (in einer Münchner Trambahn) gibt dem Leben Albrecht Schaeffers einen unvermutet dramatischen, ja tragischen Akzent: einen Tag vor seinem 65.

Chips, der Gute

Chips ist mein schwarzweißes englisches Käter-^ eben, er trägt auch schwarze Söckchen, von denen eines heruntergerutscht ist.

Bittere Wirklichkeit

Endlich freigegeben ist der Film „Bitterer Reis“, über den die Eingeweihten seit langem tuschelten, in Stuttgart gezeigt worden Die Kinobesitzer profitieren – wie kann es anders sein – von seinem bisherigen Verbot.

Wer ohne Schuld ist ...

Während auf der einen Seite der Champs-Elysées noch immer eine beträchtliche Menschenschlange auf den Einlaß zur Abendvorstellung von Cocteaus „Orphée“ wartete, trat auf der gegenüberliegenden Sei ein Film ganz anderer Art das Erbe des Erfolges an: der in Venedig preisgekrönte Streifen von André Cayatte und Charles Spaak „Justice est faite“ – ein Titel, den man am besten, wenn auch etwas umständlich, mit der Formel übersetzt: Der Gerechtigkeit ist Genüge geschehen.

Substanzverluste der Bundesbahn

Es war sehr zu begrüßen, daß der erste Mann der deutschen Eisenbahnen, Generaldirektor Dr. ing. Helberg, Sprecherlaubnis erhalten hatte, um endlich einmal Öffentlichkeit und Wirtschaft einen abgerundeten und fundierten Einblick in die Finanzverhältnisse der Bundesbahn zu geben.

Was sagen denn Homberger und Cottier?

Bei den bisherigen Beratungen des Verkehrsausschusses des Bundestages über das bevorstehende Bundesbahngesetz legte der Sprecher des Bundesverkehrsministeriums auch die Auffassung der befragten ausländischen Sachverständigen dar.

Rüstungssorgen in der Schweiz

Kaum hat die Aufwärtstendenz der westlichen Wirtschaft als „Korea“-Folge auch die Schweiz erfaßt und ihre Industrie, die schon vorher vollbeschäftigt war, in das Stadium beginnender Überbeschäftigung gerissen, da steht sie vor Schwierigkeiten.

In Niederbreisig einig

Endlich! Hatten wir bisher, als Bundesbehörden vorwiegend wirtschaftlichen Inhalts, unkoordinierte Ministerien für Wirtschaft, Finanzen, Ernährung und Landwirtschaft, Marshall-Plan, Wohnungsbau, Vertriebene, Arbeit, auch Verkehr und Post, weil es eine Geschäftsordnung der Bundesregierung nicht gibt, und weil der Kanzler kein sonderliches wirtschaftspolitisches Interesse zeigt, so soll sich nun manches änderns an die Stelle des Nebeneinander soll das Miteinander treten.

DIE ZEIT: Kalter Krieg und heiße Preise

Gibt es einen Kompromiß zwischen der Auffassung der USA, die eine Produktionserweiterung für die Rüstung durch „ein paar Prozent Inflation“ wollen, und Großbritanniens, das nur die Möglichkeit der Kürzung des Konsums zugunsten der Rüstungswirtschaft sieht? Die Truman-Attlee-Konferenz scheint ihn gefunden zu, haben: Eine ständige Körperschaft im Rahmen der Atlantikpakt-Organisation soll die Rohstoffbeschaffung und -verteilung für die schon vor „Korea“ vollbeschäftigte westliche Welt besorgen.

Minister Mollet bleibt

In dem Aufsatz „Jean Monnet schuf die Fundamente für den Schuman-Plan“ (vgl. S. 20 unserer Ausgabe vom 30. November) ist eine irrtümliche Formulierung enthalten.

Schäffers endgültiger Entwurf

Endgültig! – So nannte der Bundesfinanzminister den von ihm bekanntgegebenen Entwurf der Bundesregierung über den Lastenausgleich.

Schnelltriebwagen

Im nächsten Jahr wird die Deutsche Bundesbahn auf den Hauptstrecken 16 neue Schnelltriebwagenzüge einsetzen, deren Höchstgeschwindigkeit bei 90 km/h liegt.

Das Puzzle-Spiel IG

Der Plan der Hohen Kommission, aus der IG-Farbenindustrie AG eine neungeteilte, nicht mehr untereinander zusammenhängende Chemie-Gruppe zu machen, ist nicht auf ungeteilte Zustimmung in Deutschland gestoßen.

96 oder 20 Prozent?

„Es ist nicht zutreffend, daß sich 96 v. H. der Belegschaften in der Eisenindustrie für den Streik als ultima ratio ausgesprochen hätten, wie das von gewerkschaftlicher Seite dargestellt worden ist.

Die Frühjahrsmessen

Die Reihe der Messen und Ausstellungen im Frühjahr 1951 wird vom 10. bis 15. Februar Offenbach mit seiner Lederwaren-Fachmesst eröffnen, der dann am 17.

Neuerscheinungen für die Wirtschaft

Ein besonderes Verdienst errang sich der Verlag für Rechtswissenschaft vorm. Franz Vahlen GmbH., Berlin-Lichterfelde-W., Malvenstraße 12, mit der Neuauflage des Handelsgesetzbuches.

100 Jahre Koffer-Mädler

Die im Jahre 1850 in Leipzig gegründete Firma Moritz Mädler konnte in diesen Tagen ihr 100jähriges Bestehen feiern. Hervorragende Qualitätserzeugnisse sicherten der Firma sehr schnell einen Weltruhm.

Offenbach stellt „Plastik“ heraus

Auf einer Tagung der Bundesarbeitsgemeinschaft des Lederwaren-Einzelhandels in Bad Kreuznach wurde kürzlich festgestellt, daß der Rohhäutepreis trotz der Einfuhren von rund 100 000 t Rohleder seit Mai 1950 um 100 DM gestiegen ist.

Zucker-Aktionäre gesucht!

Nur eine einzige Zuckerfabrik besitzt Schleswig-Holstein, Ihr Standort ist St. Michaelisdonn in der Südwestecke des Landes. Große Mengen schleswig-holsteinischer Zuckerrüben rollen daher viele Kilometer, um in Niedersachsen verarbeitet zu werden.

Diello ergreift seine große Chance

Nun beginnt Diellos großes Spiel als Cicero. Er nimmt die Verbindung mit dem Attaché Moyzisch auf. Weder dieser noch Botschafter von Papen, noch irgend jemand sonst in Ankara mit Ausnahme Adriennes wissen, daß Cicero schon seit Jahren für den SD arbeitet.

Die Wahrheit über den Fall Cicero

Größte Spionageaffäre des zweiten Weltkrieges – Was .. „SD-Attaché“ Moyzisch sagt – Und wer war Diello wirklich? / Von Observator

Geheimdokumente gegen horrende Bezahlung

Und so begann die vielleicht merkwürdigste Spionagegeschichte des zweiten Weltkrieges. Immer wieder meldet sich Cicero bei Moyzisch, immer wieder bezahlt Berlin die geforderten horrenden Summen.

Das mechanische Herz

Der Chef der Chirurgie des Hahnemann-Krankenhauses in Philadelphia, Dr. Bailey, führte dieser Tage in Cleveland (USA) auf einem Ärztekongreß einen Apparat vor, der ein menschliches Herz zu ersetzen vermag und also eine längere Stillegung des Herzens bei Operationen ermöglicht.

„Ferngedachte“ Karo-Dame

Der Tatbestand ist bekannt: Der Münchner Funksprecher Elwenspoek (und sein Name ließe sich bereits mit „Geistersprecher“ übersetzen) flicht in seine Nachrichten die drei Wörter „Regina – Karo – Dame“ ein; und in derselben Minute wartet im Hotel Regina ein atemloses Publikum ausgwählter Herrschaften auf diesen Augenblick.

Sollen Mörder hingerichtet werden?

Daß der Massenmörder Pleil, den man versucht ist, ein Tier in Menschengestalt zu nennen, nur zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt werden konnte, hat die Diskussion um die Todesstrafe abermals in Gang gebracht.

Zwischendurch:: Wer hat recht?

Samuel Goldwyn: „Die Lichtspielkunst ist zum Tode verurteilt, weil die überwiegende Mehrheit der Filme nichts wert ist. Hollywood wird notgedrungen zur Herstellung von Fernsehfilmen übergehen müssen.

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