DIE ZEIT

Fremdarbeiter

Nicht „Kanonen statt Butter“ heißt die Parole Amerikas, sondern „Kanonen und Butter“. Dies Wort wenigstens gebrauchte Mr. Roney aus dem State Department, als er davon sprach, daß zu deren Produktion ausländische Arbeiter herangezogen werden sollen.

Die Ehre auf dem Koppelschloß

Blut und Ehre“ stand auf dem Koppelschloß der Hitlerjungen. Beide sollten eine Einheit bilden – eine von jenen symbolisch-mystischen Einheiten, die von Massenbewegungen bisweilen an Stelle des Denkens in die Hirne der einzelnen Anhänger gesetzt werden.

Eisenhowers zukünftige Armee

Krieg ist wahrscheinlicher als Frieden! Dies war die Weihnachtsbotschaft, die in der vergangenen Woche die Welt aus der Residenz des Gouverneurs von Brabant in der Rue de Lombarde zu Brüssel vernahm.

Deutsches Soll und Haben

Für den Europarat ist die Bundesrepublik nicht souverän genug, aber für die Anerkennung der Schulden des ehemaligen Deutschen Reiches langt die Souveränität offenbar aus.

Graf Preysing †

Vor fast einem halben Jahr feierte Kardinal Graf Preysing seinen 70. Geburtstag. Nun ist der Bischof von Berlin in der Hauptstadt seiner Diözese gestorben.

Dreie auf einen Schlag

Wie man ein Fahrrad dreimal – für im ganzen 2040 Mark verkauft, um es zum Schluß wohlbehalten wieder im eigenen Laden stehen zu haben – das könnte ein Streich Eulen – spiegels sein, wenn es zur Zeit des Möllner Schalksnarren schon Fahrräder gegeben hätte.

Kein Europa ohne Spanien

Mit 21 gegen 20 Stimmen hat sich der außenpolitische Ausschuß der französischen Nationalversammlung gegen die Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen zu Spanien ausgesprochen.

Nationaler Notstand

Die Erklärung des „Nationalen Notstands in Amerika durch Präsident Truman, ist eine Maßnahme von allerhöchster politischer Bedeutung.

DIE WOCHE

Die Westmächte überreichten in Moskau eine Antwortnote auf den sowjetischen Vorschlag vom 3. November, eine Viererkonferenz über Deutschland abzuhalten.

Streit im Grenzland Schleswig

Am 26. September 1949 hat die SPD-Regiemag Schleswig-Holsteins unter dem Ministerpräsidenten Diekmann in Kiel ein Abkommen mit der sozialistischen Regierung Dänemarks getroffen, die sogenannte „Kieler Erklärang“, in der die Stellung der dänischen Minderheit und das Bekenntnis zum dänischen Volkstum und zur dänischen Kultur in Südschleswig als frei erklärt wurden.

Ein hansischer Bürgermeister

Es scheint von jeher ein Vorzug hamburgischer Lebenshaltung zu sein, in politischen Sachen frei und unvoreingenommen zu denken.

Neue Wohnungen

Trotz aller Schwierigkeiten, die hinsichtlich der Material- wie auch der Kapitalbeschaffung drohen, will die Bundesregierung auch im kommenden Jahr die Fortsetzung des Wohnungsbauprogramms im bisherigen Umfang ermöglichen.

Cocktails und Kommandantura

Es gehört zu den österreichischen Absenderlichkeiten, daß die Engländer Wien nur über ihre Zone – aber Kärnten und Steiermark – erreichen können.

Waffen statt Luxus in USA

Als der Krieg in Korea begann, hatten die USA einen Rüstungshaushalt von 13,3 Milliarden Dollar. Die Summe ist, an europäischen Verhältnissen gemessen, sehr hoch, und dennoch war, als man Korea verteidigen wollte, nicht die Armee einer Großmacht, sondern nur ein Heer von einigen wenigen Divisionen vorhanden.

Stalin und Mao Tsetung

Während so die westlichen Mächte, jede auf ihre Art, versuchten, die in Bewegung geratenen Fronten in Ostasien wieder zu festigen, blieben auch die Sowjetunion und Rotchina nicht müßig.

Das Interesse der Welt für den Fernen Osten

Doch wenn diese beiden Fragen aus dem Fernen Osten auch nicht die Beachtung fanden, die sie verdient hätten, so beobachtete man doch allgemein in der freien Welt mit einer gewissen Besorgnis das Vorschreiten des Kommunismus in Asien.

Das Pulverfaß Korea

An einem Sonntag, am Morgen des 25. Juni, überschritten nordkoreanische Divisionen den 38. Breitengrad und fielen in Südkorea ein.

Graham Greene contra Schiller

Die Uhr schlägt keinem Glücklichen“, sagt Max Piccolomini in Schillers „Wallenstein“. Man hat diesen Satz zur freudig zitierten Sentenz erhoben.

Der kunstlose Hund

Ich habe einen Hund, einen „Deutschen Boxer“ namens Max. Er kann keinerlei Kunststücke, macht nicht schön, gibt selten und dann ungern Pfote, kennt nicht das Esperanto der Dressurfloskeln und läßt sich nicht mit einer Tabakspfeife im Maul photographieren.

Abschied von der bisherigen Weltgeschichte

Nach der strengen Kalenderrechnung haben wir 1950 im letzten Jahre, der ersten Jahrhunderthälfte gelebt, und die zweite beginnt erst mit dem Einläuten des 1.

Die vollkommene Unterwelt

Unter den Utopien, die namhafte Schriftitefe- und Denker im Laufe der Jahrhunderte erdacht haben, is

Seufzer eines Dramaturgen

Es mag immer so gewesen sein, daß das Angebot von Stücken größer war als der praktische Bedarf des Theaters. Doch heute geht es nicht in erster Linie um den großen Wurf einer Epoche, wie er sich immer wieder von selber einstellt, sondern um die gute Gebrauchsware der Bühne.

Gullivers letztes Abenteuer

Gulliver dachte mit Unbehagen an die lästigen Schiffbrüche, denen er seine Abenteuer verdankte, er dachte an die durchnäßten Kleider, an die Erkältungen.

Vergänglichkeit der Schande

Als Björnson ihn auf der „Carl Johan“ traf, wandte er den Kopf weg – selbst Björnson. Die ganze Stadt tat, als ob sie ihn nicht mehr kannte, den norwegischen Schriftsteller Hans Jaeger.

Berühmte Schalten

Unter der Masse des gedrehten Durchschnitts hebt sich „Sunset Boulevard hervor, ein Kunstwerk aus Hollywood, das an Hollywood Kritik übt.

Europa wächst zusammen

Das vergehende Jahr brachte die Europäische Zahlungsunion, die 60prozentige Liberalisierung in Europa, einen Teil der Mammut-Zollkonferenz von Torquai, den ersten Übergang zu formal einheitlichen Wertzollsystemen und steigende Gold- und Dollarreserven in den meisten westeuropäischen Ländern –: 1950 also brachte den freien liberalen Europahandel der Vollendung näher.

Bahn muß wieder rentabel werden

Die neuen Tarifvorschläge der Deutschen’ Bundesbahn haben, wie zu erwarten war, vor den parlamentarischen Gremien keine volle Gnade gefunden.

Dritter Start

So zu tun, als ob in Hattenheim und Maria Laach niemals fruchtlose Gespräche über den Komplex Mitbestimmung stattgefunden hatten, wird für ein künftiges Gespräch der Sozialpartner günstiger sein, als sich gegenseitig die Worte aus der Mottenkiste vorzuwerfen, die besser vergessen als konserviert werden sollten.

Die Börse hinkt nach

Aktienkurse „lustlos bis erholt“ – Produktion „steigend“: so definiert die Hamburger Hansa-Bank (Commerzbank), die „Börse im Jahr 1950“.

Neue Produktion

Nach Ausbau von Produktionsräumen in den ehemaligen Walther-Werken in Kiel wird die aus Dresden kommende Filmpapier- und Fotozubehör-Fabrik „Mimosa“ im Frühjahr mit der Herstellung von Filmpapier beginnen.

USA fahren im zweiten Gang an

Im kommenden Jahr wird es für Westeuropa kein wichtigeres wirtschaftliches Thema geben als: Rüstung. Die USA haben dieses Problem „im ersten Gang“ schon vorweggenommen.

Hamburg, größter Frachthafen

Hafen mit berechtigtem Stolz betonen, erster Frachthafen Deutschlands zu sein, belief sich doch Hamburgs Anteil am gesamten deutschen Fruchtimport auf etwa zwei Drittel.

Kölner Messe international

Von jeher gehört, die Funktion, Träger weitreichender Handelsbeziehungen zu sein, zu den hervorragenden Wesensmerkmalen der rheinischen Metropole Köln.

Wachsende Verelendung, zuviel Aufwand?

Wieder einmal wird von der zunehmenden Verelendung unsrer westdeutschen Bevölkerung gesprochen. Wie sieht es damit in Wirklichkeit aus? Nun, in der Tat: bei einigen Lebensmitteln ist der Verbrauch rückläufig.

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