Zum Jahreswechsel haben viele Staatsmänner, einen Überblick über die politische Entwicklung des vergangenen Jahres gegeben und die Haltung ihrer Länder für das Jahr 1951 umrissen. Der amerikanische Außenminister Acheson sagte in seiner Neujahrsbotschaft, die ehemaligen Voraussagen Churchills "Blut und Mühe – Tränen und Schweiß" seien heute auch auf die Vereinigten Staaten anszuwenden. Aber die dunkelste Stunde einer Nation käme erst dann, wenn ihre Bürger den Willen und den Mut verlören. Das aber hätten Amerikaner nie getan.

In seiner Silvesteransprache betonte der Bundespräsident Professor Heuss, für die Deutschen sei "das höchste Gut der Friede".

In einer gemeinsamen Neujahrsbotschaft an den Bundespräsidenten Professor Heuss haben die drei Hohen Kommissare dem deutschen Volk ihre Wünsche für das Jahr 1951 übermittelt.

Die Sowjetunion hat den Botschaftern der drei Westmächte in Moskau eine Note überreicht, aus der hervorgeht, daß sie mit der baldigen Abhaltung einer Vorkonferenz der vier Großmächte einverstanden ist. Aus gutunterrichteten Kreisen der britischen Hauptstadt wird dazu gemeldet, daß die sowjetische Regierung in ihrer Note das Deutschlandproblem als Hauptthema der Viererkonferenz vorgeschlagen habe. Außerdem erklärte sich die Sowjetunion einverstanden, daß die Vorkonferenz in London oder Paris stattfindet. Sie würde es jedoch ablehnen, wenn der Konferenzort in den Vereinigten Staaten läge.

Im Morgengrauen des 1. Januar sind etwa 300 000 rotchinesische und nordkoreanische Truppen auf der gesamten Koreafront entlang dem 38. Breitengrad zur Großoffensive angetreten.

Der zum Nachfolger des verunglückten Generals Walker ernannte neue Oberbefehlshaber der 8. amerikanischen Armee in Korea, General Matthew B. Ridgway, erklärte vor seiner Abreise an die Front in Tokio, er sei stolz, unter General MaeArthur kämpfen zu können. MacArthur sei in den letzten 30 Jahren sein Ideal gewesen.

Der "kämpfende amerikanische Soldat" ist von dem amerikanischen Nachrichtenmagazin Time zum "Mann des Jahres" gewählt worden. Die Time-Neujahrsausgabe bringt als Titelbild das entschlossene Gesicht eines Soldaten, der das Symbol für alle Streitkräfte der Vereinigten Staaten sein soll. In der Unterschrift heißt es, der amerikanische Soldat sei weniger ein "Kreuzritter der Zivilisation", sondern eher "ein Rekrut des Schicksals".