Die Frankfurter Export-Import-Börse hat in den einundeinhalb Jahren ihres Bestehens im In- und Ausland soviel Anklang gefunden, daß neben der täglichen Börsenveranstaltung zur Bearbeitung der eingehenden Nachfragen und Angebote die "Zentrale für Außenhandelsförderung bei der Frankfurter Export-Import-Börse" geschaffen werden mußte. Sie hat die Aufgabe, die Ein- und Verkaufswünsche durch die Börse und ihr Nachrichtenorgan den Ex- und Importfirmen sowie der Industrie im gesamten Bundesgebiet zu unterbreiten und die gegenseitige Fühlungnahme zu erleichtern.

In den Börsengesprächen der zweiten Dezemberhälfte zeichnete sich auf der Frankfurter Export-Import-Börse die seit Mitte Oktober spürbar gewordene Marktberuhigung deutlich ab. Der Schwerpunkt der ausländischen Nachfrage lag nach wie vor auf dem Eisen- und Stahlgebiet. Vor allem konzentrierte sich das Interesse auf Montan- und Walzwerkerzeugnisse, Bleche, Röhren und Eisendraht. Lebhaft gefragt waren weiter Kraftfahrzeuge, Dieselmotore, Chemikalien, pharmazeutische und sanitäre Einrichtungen. Besonders bemerkenswert ist das zunehmende Interesse der Südafrikanischen Union, die immer stärker als Käufer deutscher Waren – in erster Linie Investitionsgüter – hervortritt. Günstig erweisen sich auch die Absatzmöglichkeiten für Maschinen und Fabrikanlagen nach Syrien.

Das Auslandsangebot hat sich weiter gefestigt. Lebensmittel stehen im Vordergrund. Im Gegensatz zu den Vormonaten war selbst in den Grundnahrungsmitteln, wie Schweineschmalz und Zucker, Überangebot zu beobachten. Wolle wurde in guter Qualität offeriert, allerdings zu wesentlich erhöhten Preisen. Das Importgeschäft, das im Vormonat unter dem Zwang der Barhinterlegung nur schleppend verlief, ist wieder normalisiert. Die deutsche Nachfrage wird jedoch spürbar von den vorliegenden Exportaufträgen geleitet. Gesucht wurden vor allem Rohstoffe für die Textilindustrie und Bestandteile für die chemische und Eisenindustrie. Die von ausländischer Seite vorgetragenen Wünsche, Auslandsvertretungen deutscher Firmen zu übernehmen, haben sich vermehrt. Ebenso wurden weiter deutsche Vertreter ausländischer Unternehmungen gesucht. B.