Antwerpen, Belgien somit, will endlich eine direkte Verbindung zum Rhein; denn indirekt über Holland ist es zu schwierig. Seit Belgien vor 120 Jahren unabhängig wurde, versucht es immer wieder, mit den Niederlanden zu einer Einigung über einen Kanal zu gelangen, der Antwerpen mit Rotterdam, was die Rhein-Verbindung betrifft, gleichstellt – zwecklose Konferenzen

Nun also will Belgien direkt vorgehen. Die Brüsseler Regierung hat ihren Staatsingenieur Bonnet beauftragt, einen Plan auszuarbeiten, wie ein Kanal zwischen Lüttich und Neuß aussehen könnte. Auf deutscher Seite konstituierte sich zum Studium des gleichen Projekts der "Aachener Westland-Kanal-Verein".

Aus Bonnets Vorarbeiten wurde bekannt, daß man wahrscheinlich in Visé nördlich Lüttich mit einem 102 km langen Kanal, der mindestens 30 Mill. DM kosten wird, beginnen will. Man hofft, Marshall-Gelder zu erhalten. Auf belgischer Seite soll die Wasserstraße vom Albert-Kanal abzweigen, noch 26 km über belgisches Gebiet laufen und dann auf deutschen Boden übergehen. Dabei sind Höhenunterschiede auf belgischer Seite von 190 m zu überwinden.

Mag das Projekt technisch sehr schwierig sein, so weisen doch die Belgier darauf hin, daß sich auf diese Weise die Fahrzeiten Antwerpen–Duis-