Nicht leicht zu begreifen, daß Werner Egks "Abraxas"-Ballett Anstoß in Bayern und schließlich sogar ein Verbot erlebte. Weil nämlich die Aufführung durch die neugegründete "Ballett – Theater-Compagnie" in Hamburg auf Ausdruckstanz verzichtete, konnte das tänzerische Spiel in keiner Weise mehr unmoralisch wirken (was manch Sensationslüsterner mit Enttäuschung registrierte). Offensichtlich ist Egk in München nicht nur das Opfer Hundhammers, sondern auch seines damaligen Choreographen geworden. Diesmal hieß der Choreograph Helge Pawlinin. Die dämonische Archisposa war Edel von Rothe, Margarethe war Gisela Deege (diese beiden zeigt unser Bild); Faust war Marcel Luipart und Bellastriga: Natascha Trofimowa. Die Solisten waren fast alle hervorragend, das Corps des ballett noch nicht genügend geschult. Insgesamt legten die klassischen Künste des Spitzentanzes die künstlerischen Absichten des Komponisten frei und gaben ihm und seinem Werke eine vollkommene Rehabilitierung. Egk dirigierte selbst und wurde sehr gefeiert. Die "Ballett-Theater-Compagnie" will auf Gastspielreisen gehen und mit berühmten Tanzgruppen wetteifern. Es scheint, daß ihr dies gelingt. J. M.