Präsident Truman erklärte in seiner traditionellen State of Union Botschaft, die Vereinigten Staaten seien bereit, über eine Beilegung der Differenzen mit der Sowjetunion unter "ehrenhaften Bedingungen" zu verhandeln. Sie seien aber nicht bereit, eine Beschwichtigungspolitik zu verfolgen. Truman versicherte, daß die USA ihre Flugzeug- und Panzererzeugung zur Verteidigung der Demokratien der Welt gewaltig steigern würden. Jährlich müßten 50 000 Flugzeuge und 35 000 Panzer produziert werden. Zur Deckung der Rüstungsausgaben werde seine Regierung in Kürze eine größere Erhöhung der Steuern beantragen. An die Mitglieder des erstmalig zusammengetretenen 82. Kongresses richtete Truman den Appell, "in diesen entscheidenden Tagen" einig zu sein.

Die Sowjetunion schlug der amerikanischen Regierung vor, die Verhandlungen über die Regelung der sowjetischen 11-Milliarden-Dollar-Schuld aus dem Leih- und Pachtabkommen des letzten Krieges am 15. Januar wieder aufzunehmen. Das State Department gab sein Einverständnis bekannt.

Großbritannien und Frankreich wiesen in zwei Noten die sowjetische Beschuldigung zurück, daß sie durch eine Wiederaufrüstung der Bundesrepublik ihre Bündnisverträge mit der Sowjetunion verletzt hätten. Die Neue Zürcher Zeitung schrieb, die britische Antwort enthalte wichtige Hinweise für das Verhandlungsprogramm einer eventuellen Viermächtekonferenz. Nach Ansicht des Blattes laufen die britischen Vorschläge auf ein verklausuliertes Angebot hinaus, das militärische Gleichgewicht in Europa wiederherzustellen und die Rüstungen international zu kontrollieren.

Der Oberbefehlshaber der atlantischen Streitkräfte, General Eisenhower, traf zu einer Informationsreise in Europa ein. Er erklärte, daß Europa den Kern seiner Verteidigung selbst stellen müsse.

Der republikanische Senator Taft erklärte vor dem Senat, Präsident Truman sei nicht befugt gewesen, amerikanische Truppen ohne vorherige Zustimmung des Kongresses nach Korea zu entsenden und habe auch nicht das Recht, von sich aus amerikanische Truppen zur Teilnahme an einer europäischen Streitmacht zu verpflichten.

Unter dem Druck der schnell vorstoßenden kommunistischen Verbände wurden die UNO-Streitkräfte in Korea weiter nach Süden zurückgeworfen. Die räumten Soeul und zogen sich auf die Höhe von Taegu zurück. Nach amerikanischen Berichten haben die Kommunisten in Korea insgesamt etwa 700 000 Mann eingesetzt.

Der koreanische Staatspräsident Syngman Rhee forderte 500 000 Gewehre zur Bewaffnung koreanischer Jugendlicher. "Es ist ein Kampf um unser Leben", sagte er. "Wenn die Chinesen in Wellen kommen, wollen wir sie auch in Wellen töten."