Zum Thema Berkenkopf-Fels-Plan – soziale Fürsorge für Arbeitnehmer auf privatrechtlicher Grundlage – haben wir, nach einer Darstellung der Grundzüge dieses Plans in Nr. 41 (1950), eine kritische Zuschrift veröffentlicht, die uns aus Kreisen der Versicherungsnehmer zugegangen war (unter dem Titel "Versicherungs-Bedenken"). Die "Studiengemeinschaft für die Erweiterung der sozialen Arbeitnehmerfürsorge auf privatrechtlicher Grundlage" stellt dazu fest, daß in den bisher veröffentlichten Unterlagen der Plan nur in allgemeinen Zügen beschrieben wurde. Die versicherungstechnischen Einzelheiten sind in den Veröffentlichungen nicht behandelt worden, so daß der Verfasser der angezogenen Ausführungen darüber nicht ausreichend unterrichtet sein kann. Die "Studiengemeinschaft" schreibt uns hierzu noch folgendes:

Bei den Vorarbeiten zum Plan "Berkenkopf-Fels" wurden nicht nur die sozialethische und wirtschaftliche Seite einer eingehenden Untersuchung unterzogen, sondern auch alle für die praktische Durchführung insbesondere verwaltungstechnisch wichtigen Gesichtspunkte. Hierbei wirkten namhafte und in der praktischen Verwaltung erfahrene Versicherungsmathematiker mit. Der Verwaltungskostenfrage war bei diesen Untersuchungen ein besonderes Augenmerk gewidmet.

Der Plan "Berkenkopf-Fels" zeigt in großen Zügen auf, was erreicht werden soll und kann. Er läßt die Gestaltung im einzelnen noch offen. Die besondere Versicherungsform ist so beweglich, daß den verschiedensten Wünschen Rechnung getragen werden kann. Ob man aus dem Ertrage den Kopfanteil nach einem bestimmten Schlüssel ermittelt und danach die Versorgungsleistung bemißt oder ob man, von sozialen Gesichtspunkten ausgehend, den Ertragsanteil der Arbeitnehmerschaft als Ganzes betrachtet und den Anteil des einzelnen ohne Rücksicht auf sein Alter in der Höhe der Versorgung zum Ausdruck bringt: das ist eine Frage, die von jedem Unternehmer verschieden beantwortet werden dürfte. Wie verschiedenartig die Ansichten sind, das kommt bei den bisher üblichen Belegschaftsversicherungen deutlich zum Ausdruck.

Die Kalkulation der Kosten ist unter Berücksichtigung aller möglichen Momente erfolgt. Sie setzt selbstverständlich entsprechende Einrichtungen (Hollerithmaschinen!) bei den Versicherungsunternehmen voraus. Die von der "Studiengemeinschaft" durchgeführten Untersuchungen bezogen sich auf größere Industriegruppen, bei denen große Belegschaften mit kopfzahlstarken Untergruppen gleichartiger Arbeitnehmer in Frage kommen. Dies gestattet in Verbindung mit der besonderen Versicherungsform eine weitgehende maschinelle Durchführung aller Verwaltungsvorgänge. Die jährliche Beitragsermittlung ist hierbei kein Problem, und zwar auch nicht hinsichtlich der variablen Risikoversicherung. Wer versicherungsmathematische Kenntnisse und Erfahrung in den Arbeitsmethoden mit Lochkartenmaschinen hat, wird dafür Verständnis haben.

Den Personalabteilungen der Betriebe kann zwar eine gewisse zusätzliche Arbeit sieht erspart werden, aber diese Arbeit hätten sie vermutlich in gleichem, wenn nicht sogar höherem Maße, wenn eine Barausschüttung der Ertragsanteile vorgesehen wäre. Die Versicherungsgesellschaften können den Personalabteilungen die Arbeit wesentlich erleichtern, da sie – auf solche Arbeiten spezialisiert – rationellste Methoden entwickelt haben.

Der Fluktuation der Arbeitnehmer trägt die Versicherungsform des Planes "Berkenkopf-Fels" durchaus Rechnung. Sie ist bei der Unkosten kalkulation ausreichend berücksichtigt. Aus einem Betriebe ausgeschiedene Arbeitnehmer können. ihren bis dahin erworbenen Versicherungsanspruch ohne weitere Beitragsleistung aufrechterhalten. Die beitragsfreie Weiterführung solcher Ansprüche stößt verwaltungstechnisch auf keinerlei Schwierigkeit.

Daß jeder Anfang ein Übergang ist und daß, je nach der Alterszusammensetzung der Belegschaft, Übergangslösungen gewählt werden müssen, ist eine Frage, die in der Belegschaftsversicherung tagtäglich auftritt. Auch hier gibt es für den Versicherungsfachmann keine Schwierigkeit, einen gangbaren und alle Teile befriedigenden Weg zu finden. Die Lebensversicherung rechnet mit langen Zeiträumen. Eine Ertragsbeteiligung im Sinne des Planes "Berkenkopf-Fels" kann nicht nur vom Heute aus betrachtet werden, sondern sie muß in einem sich über Jahrzehnte erstreckenden Ablauf beurteilt werden.