Der in Deutschland weit verbreitete Unfug, den banalsten Tätigkeitsgebieten ein wissenschaftliches Mäntelchen umzuhängen, feiert in der Gründung einer "Deutschen Akademie für Kosmetik" seinen letzten Triumph. Standort dieser neuen "Hochschule" ist Stuttgart, wo "nach langjährigen Vorarbeiten", wie es in einem wappengezierten Rundschreiben der "Leiterin der D.A.f.K." heißt, daß die Akademie am 17. August 1950 "staatlich genehmigt" wurde. Die Deutsche Akademie für Kosmetik "untersteht dem Kultusministerium des Landes Württemberg-Baden und nimmt am 6. Januar 1951 ihre Lehrtätigkeit auf". Auf einer Besprechung ergab sich, daß es sich bei der "Akademie" um ein landläufiges der Körperpflege gewidmetes Institut handelt, wie es in allen größeren Städten anzutreffen ist. Lediglich eine Abteilung für "Herrenkosmetik" und die Möglichkeit zur Ausbildung von acht bis zehn Lehrlingen, für die in der "Akademie" auch Wohn- und Schlafgelegenheiten zur Verfügung stehen und die in einem "Lehrplan" in 40 Ausbildungsfächern unterwiesen werden sollen, unterscheidet diesen Kosmetikbetrieb von Dutzenden ebenso guten und tüchtigen. Die Errichtung von Lehrstühlen für Warzenbeseitigung und Wimpernfärben, für Pediküre und Maniküre zur Vermehrung der "wissenschaftlichen Disziplinen" sollte man sich daher schenken. Wenn das Publikum dazu kommt, sich nur noch von "akademisch geprüften" Friseuren die Haare schneiden zu lassen, würde dem hochangesehenen Gewerbe ein Bärendienst geleistet werden, hgst.