Paris, im Januar Seit Außenminister Schuman In seinem ersten Vorschlag die Erschließung Afrikas als eine der Aufgaben der Montanunion ankündigte, wunde von dieser Frage nicht wieder gesprochen. Bei der Erwägung der Möglichkeiten zur Verwirklichung dieses Planes muß Frankreich aaif einen Faktor Rücksicht nehmen, den man nur selten in seiner ganzen Bedeutung einschätzt: Das wachsende Nationalbewußtsein der farbigen Völker. In den zuständigen Pariser Kreisen dringt immer stärker die Erkenntnis durch, daß die Gemeinschaft mit den Oberseevölkern Dauer nur dann verspricht, wenn man ihnen rechtzeitig und in richtiger Weise das Gefühl freier Zunen Schafen, die 1940 dort grasten, sind in den folgenden fünf regenarmen Jahren mehr als die Hälfte wegen Fiuttenmangei eingegangen. Nach vielen Anstrengungen konnte der Bestand heute wieder auf vierzehn Millionen gebracht werden: Die Sichenwng der Bewässerung würde nid?- nur ähnliche Katastrophen für die Zukunft verhüten, sie würde überdies eine bedeutende Vermehrung des Bestandes ermöglichen.

Das Großkraftwerk, das bei Uzes le Doc geplant ist, würde mit einem Gefalle von 870 auf 270 Meter eine Stromerzeugung erlauben, die dem heutigen Stromverbrauch von ganz Algerien entspricht. Von einem Stauwerk aus, das bei Refeane entstehen soll, könnte die Bewässerung der Ebene zwischen Oran und Orleansvillie in einer Ausdehnung von rund 100 000 Hektar erfolgen, während bis heute in ganz Algerien erst 140000 Hektar künstlich bewässert sind.

Der Mehrgewinn an Fnüchten, Oliven und Frühgemüsen wurde mit sechs Milliarden Francs jährlich errechnet. Der Zuwachs am Strom wurde eine Erhöhung der öl- nd Konservenerzeugung erlasufoen. Rohstoffe wie Häwte, Wolle und. Haifa, die bisher wegen des Fehlens einer entsprechenden Leder, Tuch- und Papierindustrie ausgeführt werden mußten, könnten im Landie selbst verarbeitet werden.

Die Gemeinschaft der Unionstaaten des Schuman Planes soll sich ebenso auf die Materiallieferungen und die Arbeiten wie auf die Verwertung der Rohprodukte erstrecken. Esch Scherzi wäre ein erstes Versuchsobjekt dar gemeinsamen europäischen ErschMeßungsatbeit in Afrikasammenarbeit zu geben vermag. Die Rücksicht auf das psychologische Klima der EingeborenenBevölkerung wird auf alle BrschMeßungspläne einen entscheidenden Einfluß üben.

An Projekten, die heu, soweit es FranzösischAfrika betrifft, im Generaikommissariat für den Plan (Monnet) zusammenfließen, fehlt es nicht. Alle haben, so verschieden sie sonst auch sein mögen, ein einziges Problem zum Mittelpunkt: die Wasserversorgung. Boden steht in tmabsdiibaren Mengen zur Verfügung. Wenn es gelingt, ihn ausreichend IM bewässern, kann er Hunderte von Millionen Menschen ernähren. Rohstoffe sind genügend vorhanden, n mächtige Industrien mit ßinen aufzubauen. Dies galt nicht mir für die entwickelten Gebiete m Mittelnieer, es gilt ebenso für die Sandwüsten der Sahara. Während das Gnundwasser unter dem festen Boden Innerafrikas erst bei 1200 Meter anzutreffen ist, hat es sich unter der meterdicken Salzkruste der dir ausgedehnten Schotts bei 60 Meter Tiefe erhalten. Französische Ingenieure erwarten, daß damit die Möglichkeit einer Wasserve rsargiung Nordiafrikas auf großzügiger Basis gegeben ist. Die seit einem Jahrzehnt betriebenen Atiseiten haben einwandfrei gezeigt, daß Süßwasser aus den Schotts in sehr bedeutenden Mengen geworden werden kann. Der Aufwand an technischen und finanziellen Mitteln würde den erwarteten Vorteilen xlurchäius angepaßt sein. Ein ähnliches Uncerneihni<ai w uwie allerdings bisher nirgends praktisch diur<Jiigeführt. In dfer Kette der Salzsünupfe, die sich durch das Steppenland der Sahara itt einer Höhe von ungefähr 1000 Metern hinzi<dicni, bietet der Schott Esch Schergi die günstigsten Vorbedingungen. Mit einer verhältnismäßig genügen Zahl von Bohrungen, zwanzig "ungefähr, wäre hier ein Ertrag von 500 000 Millionen Kubikmetern Wasser zu erzielen. Optimistische Schätzungen gehen bis ziu einer Milliarde Kubikmeter. Ein Teil des Wassers wüwie für die Weidieplätze auf der südalgerischen Hochfläche verwandt, der größte Teil soll der Ebene am Mittelmeer zugeführt werden. An der Übergangsstelle in die Ebene soll ein Großkraftwerk betrieben werden. Di Kosten für die Bewässerungsanlage wurden mit 80 Milliarden Francs errechnet, die aus öffentlichen Mitteln aufgebracht werden müßten. Dazu sind Investitionen von je 40 Millianden für Plantagen und für industrielle Anlagen im Privatbesitz notwendig. Für die Aufbringung der öffentlichen Mittel denkt man In Paris an ine internationale Bank der beteiligten Staaten. Di Wirtschaftlichkeit dieser Investitionen steht außer Zweifel. Die südalgerische Hochfläche bietet Weideplätze für Millionen von Schafen. Die Ungkadamäßigkeit der Niederschläge gefährdet jedoch deren Versorgung. Von 22 Millio