Sorgen macht die Entwicklung der Verwaltungskosten bei den Versicherern. Da 70 v. H. von ihnen auf Gehälter entfallen, wirkt sich jede Änderung der Tarife als eine Belastung aus, die nicht abwälzbar ist, weil die Versicherungen zum Teil für Jahrzehnte verbindlich sind. Auch die Sachaufwendungen steigen. Sie liegen erheblich höher als 1938. Als einziger Weg der Kostenersparnis bleibt die Rationalisierung, wobei es entscheidend darauf ankommt, endlich mit dem Luxus der ländergebundenen Versicherungsbehörden aufzuhören und ein einheitliches Bundesversicherungsamt zu schaffen.

Auch die Härte der Währungsreform (unterschiedliche Behandlung der privaten Rentenversicherung gegenüber der Sozialversicherung) gilt es noch zu bereinigen. Dies allein macht 200 bis 250 Mill. DM neue Ausgleichsforderungen aus. Nimmt man die Pensionskassen und die sonstigen privaten Versorgungsansprüche (u. a. IG-Farben, Nordd. Lloyd, Presse) hinzu, dann kommen leicht 800 bis 1000 Mill. DM zusammen. – Bundesarbeitsminister Storch hält eine Bereinigung in diesem Sinne zwar für eine "Bevorzugung" der Privaten, aber sehr zu Unrecht: denn wenn die Sozialversicherung ihre Beiträge erhöhte, so doch nicht wegen der Deckungsverluste, sondern wegen der Relation von Leistungen und Beiträgen! Das Deckungsprinzip ist hier schon lange verlassen. Bei den privaten Versicherungen geht es jedoch um die Deckungsgrundlage.

In diesem Zusammenhang gewinnt nicht nur die Frage der Eigenkapital-Neufestsetzung in der DM-Eröffnungsbilanz... an Bedeutung, die alternativ mit 10 v. H. der am 21. Juni 1948 vorhandenen Verbindlichkeiten oder mit 20 v. H. des sich aus der RM-Schlußbilanz ergebenden Eigenkapitals erfolgen kann, sondern auch das über die Versicherungen hinausgehende Problem der Ausgleichsforderungen überhaupt, die bisher noch ein "unvollendetes Experiment" darstellen. – Der eleganteste Weg einer Lösung wäre, so hört man bei der Allianz, sie nach und nach in höher verzinsliche und fungible Bundesanleihen zu konvertieren. Lü.