Veit Valentin: Weltgeschichte. (Zwei Bände, Verlag Gustav Kiepenheuer, Köln, 543 und 832 S.) – Völker, Männer und Ideen von der Vorgeschichte bis zur Gegenwart, gesehen im Hinblick auf den "Kampf, um die vier großen Lebensgüter Religion, Kunst, Wissenschaft und Staatsform". Die Kapitel über die jüngste Gegenwart ergänzte Prof. G. P. Gooch. (Valentin starb 1947 in Amerika.)

Guglielmo Ferrero: Abenteuer. Bonaparte in Italien 1796–1797. – Wiederaufbau. Talleyrand in Wien 1814–1815 (Leo Lehnen Verlag, München, 295 und 376 S., Leinen 13,50 und 14,80 DM). – Die beiden ersten Bände der Trilogie, in der sich der temperamentvolle italienische Historiker als politischer Refugie in Genf mit den politischen Mächten konfrontiert. Sie kristallisieren aus dem packend erzählten Stoff die gedankliche Fülle, mit der sich der dritte Band, "Macht", auseinandersetzt.

Walter Görlitz: Stein. Staatsmann und Reformator (Verlag der Frankfurter Hefte, Frankfurt, 468 S., Leinen 9,80 DM). – Die wer-kgerechte Darstellung gipfelt im Kampf des Politikers für die Durchsetzung seiner Pläne zur Staatsreform und klingt aus in der Resignation, aus der aber den Nachlebenden Vorbild und Ansporn hindurchleuchten soll.

Philipp II. von Spanien: Briefe an seine Tochter. (Verlag Karl Alber, München, 96 S., Lernen 3,50 DM.) – Eines der wenigen Zeugnisse, die das Herz des Meisters der Inquisition verraten. Nach der französischen Übersetzung des belgischen Historikers Gachard (der sie im vergangenen Jahrhundert in Turin entdeckte) fanden die Briefe in deutschen Darstellungen bereits Verwendung. Desto erfreulicher, daß sie jetzt auch in deutschem Text vorliegen.

Max Braubach: Kurköln. Gestalten und Ereignisse aus zwei Jahrhunderten rheinischer Geschichte (Verlag Aschendorff, Münster, 544 S., 15 Abb. Leinen 17,50 DM). – Politische und kulturelle Struktur der geistigen Brücke zwischen Westeuropa und Preußen im 17. und 18 Jahrhundert. Die füllige Zeit des Barock und Rokoko wird besonders plastisch durch biographische Beigaben, die der Bonner Geschichtswissenschaftler eingehenden Archivstudien verdankt.

Ingvar Andersson: Schwedische Geschichte. (Verlag von R. Oldenbourg, München, 536 S., 16 Abb., Leinen 16,00 DM.) – Entwicklung des nordischen Landes, das heute als moderne Demokratie auf alter Grundlage gilt, erzählt als Geschichte "menschlicher Arbeit mit den Gaben der Natur" und dargestellt als das Streben, "in täglich wiederholter Volksabstimmung" das eigene Wesen zu ergründen. Ein gesunder Mikrokosmos im Strudel des Weltgeschehens.