Am Abend – Seite 1

Hört ihr die Kinder, wie sie selig singen,

wenn unsre Städte vor dem Abend sind?

Ach, hört den Ruf bei dem Novemberwind,

beim Maiwind in den Antennen klingen.

Die Kinder singen von den Fruchtbarkeiten,

sie singen fern, doch rufen sie so nah,

nicht einer sieht sie, doch ihr Schrei ist da.

Am Abend – Seite 2

Sie schreien von dem Guten in den Zeiten,

vom Nachtigallenschlag der Harmonie.

Sie schreien’s, und ihr Schrei ist ungeheuer,

er läßt uns in das Gute wieder ein,

er schenkt vom Brote und er gibt vom Wein,

er schäumt das Wasser, und er bläst das Feuer.

Hört ihr die Kinder, Leute? Singt wie sie.

Am Abend – Seite 3

Aus: "An die Wand geschrieben"

Gedichte – Rowohlt Verlag, Hamburg (117 S. DM 5,80)