Bei der Eröffnung der Landwirtschaftswoche Hannover, die vom 20. bis 28. Januar auf dem Messegelände durchgeführt wird, legte Ministerpräsident Kopf Wert auf die Feststellung, daß keineswegs beabsichtigt gewesen sei, "in Konkurrenz zu den großen Jahresschauen der DLG zu treten". Tatsächlich trägt die hannoversche Veranstaltung vornehmlich lehrhaften Charakter. So wird etwa gezeigt, was an technischem Gerät für den Kleinbauernbetrieb verschiedener Typen notwendig ist. Dem städtischen Besucher wird vor Augen geführt, weshalb ein landwirtschaftlichen Betrieb nicht mit einer Fabrik verglichen werden kann, in der jede Maschine möglichst gleichmäßig das ganze Jahr hindurch ausgenutzt wird. In der Landwirtschaft gibt es ja viele Maschinengruppen, die nur wenige Tage im Jahr gebraucht werden und die deswegen den Betrieb mit hohen festen Kosten belasten. Das führte die Landmaschinenindustrie zur Entwicklung von Arbeitsaggregaten, zur Zugmaschine mit schnell auswechselbarem Bearbeitungsgerät. – Eine besondere Lehrschau der Landtechnischen Institute hebt das hervor. Alle diese mustergültigen, aber auch sehr kostspieligen Lehrschauen haben natürlich beträchtliche Aufwendungen erfordert und den Veranstaltern (neben dem Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und dem Niedersächsischen Landvolk vor allem der Deutschen Messe- und Ausstellungs-A. G.) erhebliche Sorgen gemacht, wie bei der Presse-Vorbesichtigung offen bekannt wurde. Da insgesamt nur etwa 300 Firmen ausstellen, kommen aus Standmieten nur verhältnismäßig geringe Einnahmen herein. Die Haupteinnahme muß ein Massenbesuch nicht nur der Landleute, sondern auch der Städter bringen. In dieser Hinsicht hegt der verantwortliche Leiter, Direktor Wischek, der als ehemaliger Veranstalter der Berliner "Grünen Woche" über reiche Erfahrungen verfügt, begründete Zuversicht. Es muß sich nun auch erweisen, welche Anziehungskraft die "Nebenveranstaltungen" haben werden. Dabei handelt es sich um eine (erstmalig wieder seit 1937 gezeigte) "Deutsche Jagdausstellung", ferner um das Internationale Reitturnier, das am 26. Januar in der "Europahalle" stattfindet. Auf diesen Namen hat Ministerpräsident Kopf eine der neuen Hallen, die größte in Stahlkonstruktion freitragende Halle Europas, getauft. Jfd.