Es gab einmal in einem französischen Film einen alten Baron, der seine Freizeit damit verbrachte, mit Hilfe von Bleisoldaten die Schlacht von Waterloo zu rekonstruieren und sie für Napoleon zu gewinnen. Es war ein wenig lächerlich, gewiß – aber auch rührend und beruhigend.

Möglich, daß der Verfasser des Romans Der schwarze Stern (im Franz Schneekluth Verlag, Celle), von Beruf ein angesehener Museumsdirektor, in seiner Freizeit auch mit Bleisoldaten spielt. Daß er bei diesem Spiel nicht die vergangene Schlacht von Waterloo, sondern die zukünftigen zwischen West und Ost inszeniert, zeugt freilich schon von einer gefährlicheren Phantasie als der des alten Franzosen. Daß er seine Bleisoldatenerfahrung nun aber auch unter dem Pseudonym Croixelles zu einem Zukunftsroman niederschreibt, ist weder rührend noch beruhigend, sondern nur lächerlich. So läßt der Stratege vom Spieltisch die deutsche Westgrenze auf Seite 217 von bayrischer Landespolizei schützen, während auf Seite 270 freilich die Amerikaner schon vor Moskau stehen, wo sie vom "dankbaren Vaterland mit Orden überschüttet" werden. – Da es aber mehr sein soll als ein Lagebericht der Zukunft, wird gelegentlich vom Autor auch ein berühmter Mann parodiert. Auf Seite 66 zum Beispiel muß Ernst Jünger herhalten. Ein Satz der Parodie lautet: "Ich träumte, daß ich in einem elften Weltkrieg Eisblumen auf dem Mars pflanzte – Nun, da ist dem Verfasser wenigstens beim Parodieren eine echte utopische Idee gekommen. P. H.