Professor Anna Siemsen starb am 22. Januar siebzigjährig nach kurzer Krankheit. Die international angesehene sozialistische Pädagogin war seit der Rückkehr aus der Schweizer Emigration 1947 Leiterin des Instituts für Lehrerausbildung in Hamburg.

Alle Künstler der Sowjetzonenrepublik wurden aufgefordert, sich über die Antwort Bundeskanzler Dr. Adenauers auf den Grotewohl-Brief zu äußern. Dieser Aufforderung sind bisher der Thomaskantor Professor Dr. Günter Ramin in Leipzig und Generalmusikdirektor Gerhard Pflüger in Leipzig nachgekommen. "Die Haltung Adenauers ist Verrat am deutschen Volke", erklärte der Leipziger Generalmusikdirektor.

Die Gemeinschaftssendungen ost- und westdeutscher Rundfunksender seien so lange unmöglich, wie in der Sowjetzone die Grundbegriffe Freiheit, Menschlichkeit und Frieden verdreht würden, erklärte der Intendant des Bayrischen Rundfunks Rudolf von Scholz in einem Schreiben an den General-Intendanten des Sowjetzonenrundfunks Hans Mahle. Mahle hatte die westdeutschen Intendanten aufgefordert, "Gemeinschaftliche Sendungen für den Gedanken eines einheitlichen und friedliebenden Deutschlands" mit den Sowjetzonensendern zu veranstalten.

Jaro Prohaska, der Bayreuther Festspielsänger, seit zwanzig Jahren Heldenbariton der Berliner Staatsoper, Leiter der Opernausbildung an der Westberliner Hochschule für Musik, wurde am 24. Januar sechzig Jahre alt.

Dr. Hugo Henkel, der Seniorchef der Düsseldorfer Henkel-Werke, wurde zu seinem 70. Geburtstag zum Ehrendoktor der Medizinischen Akademie in Düsseldorf ernannt. Die Universität Bonn ernannte Dr. Henkel zum Ehrenbürger.

Die Gedichtsammlung eines bisher unbekannten Würzburger Studenten, Heiner Reitberger, wurde bei einem in Rom veranstalteten Wettbewerb der Associazione Internazionale di Poesia da als eine der besten Arbeiten anerkannt und mit einem Geldpreis ausgezeichnet.

Den Mittelpunkt des Sternensystems will das Astrophysikalische Institut der sowjetischen Akademie für Wissenschaften auf der Krim mit Hilfe infraroter Strahlen photographiert haben.

Eine "anarchistische Gestalt" nannte der sowjetische Puppenspieler Obraszou das "Kasperle". In einer im Berliner Sowjetsektor tagenden Puppenspielerkonferenz erklärte er, In Rußland habe sich diese Figur von selbst überlebt. Doch dürfe man sie in der deutschen Sowjetzonenrepublik auf keinen Fall mit Gewalt vom Puppentheater verdrängen.