Von Dr. Erich Peltzer, Geschäftsführer des Bergisch-Märkischen Verkehrsverbandes

Was für Köln der Dom, für Heidelberg das Schloß, das ist als Wahrzeichen Wuppertals die Schwebebahn – einmalig in der Welt, trotz Bewährung; obwohl 50 Jahre alt, weit von Museumsreife entfernt.

Mag Wuppertal eine an rein historischen Traditionen arme Stadt sein (darin unterscheidet sie sich nicht sehr von den meisten anderen Großstädten des Industriegebietes), so ist hier jedoch eine um so stärkere Tradition technisch-unternehmerischen Fortschritts zu Hause. Beispiele? 1838 konnte die erste Teilstrecke der Linie Düsseldorf-Elberfeld, der ältesten Eisenbahn Westdeutschlands, in Betrieb genommen werden, 1850 erfolgte die Gründung der Eisenbahndirektion Wuppertal, der ältesten preußischen Eisenbahndirektion. Dabei liegt Wuppertal, auf den Anhöhen des Bergischen Landes, abseits der historischen Verkehrsstraße des Rheins, ausgesprochen verkehrsungünstig. Aber offenen Sinnes für die Technik hat man hier sich schnell dem Verkehr erschlossen. Bis in die Gegenwart blieb die Bahn für Wuppertal mit seinen 24 Bahnhöfen, ohne eigentlichen Hauptbahnhof, das ausschlaggebende Verkehrsinstrument. Der Schienenweg Düsseldorf–Wuppertal–Hagen ist wirklich wichtig. Oberbarmen im Osten und Vohwinkel im Westen sind die beiden Knoten, von denen zahlreiche Linien in das Oberbergische und Niederbergische abzweigen und auch die Verbindung zur Ruhr herstellen. Das größte Verkehrsaufkommen hat der Bahnhof Elberfeld, der 1949 4,3 Millionen Fahrkarten verkaufte, womit Wuppertal im Westen nur von Essen, Dortmund und Köln übertroffen wird. Hier laufen täglich 20 D-Züge, 33 Eilzüge, 127 Personenzüge und 107 Nahverkehrszüge. Eine weitere Verbesserung in Dichte und Schnelligkeit des Verkehrs erwartet man von dem kommenden westfälischen Elektrifizierungsprogramm. Doch kann man es so schnell, wie es nötig wäre, finanzieren?

Der Wirtschaftsstruktur gemäß nimmt der Eisenbahnmassenverkehr es nicht mit dem benachbarten Ruhrgebiet auf. Doch im Expreßgut-, Stückgut- und Sammelladungsverkehr führt Wuppertal eindeutig.

Das Bergische Land trifft sich in Wuppertal, Die Stadtwerke A.G., die die Schwebebahn, 22 Straßenbahn-, 13 Omnibus- und 2 Obuslinien verwaltet, dient sowohl dem innerstädtischen Verkehr als der Verbindung Wuppertals mit der Umgebung und hat 1950 über III Millionen Fahrscheine verkauft. 21 Millionen Wagenkilometer wurden gefahren.

Auch der Kraftwagenverkehr steht in voller Blüte. Mit 16 320 zugelassenen Kraftfahrzeugen steht Wuppertal hinter Köln und Düsseldorf an dritter Stelle im Westen. Wichtig erscheint dem Bergischen Land der Ausbau der Autobahn Leverkusen–Wuppertal–Kamen. Erst wenn hier eine Lösung gefunden ist, die nicht nur das äußere Bild der Stadt umgestalten, sondern auch ihr wirtschaftliches Gedeihen entscheidend beeinflussen wird, kann Wuppertal seine Zukunftsaufgaben auf dem Gebiet des Verkehrs erfüllen.