Die tschechoslowakische Regierung hat Wertpapiere von Sudetendeutschen als staatliches Eigentum der Tschechoslowakei bei der westdeutschen Wertpapierbereinigung angemeldet. Sie will sich also auf diese Weise Anteile an der westdeutschen Industrie beschaffen. Das wäre ein gefundenes Fressen für einen kommunistischen Staat. Die Bundesregierung wird diese Forderung natürlich ablehnen. Sie kann einer solchen Enteignung von Privateigentum niemals zustimmen, ganz gleich, was die tschechischen Gesetze darüber bestimmen mögen; zumal dadurch die Enteignung der Ausgewiesenen, die bekanntlich kaum ihr bloßes Leben retten konnten, auch von der Bundesregierung sanktioniert werden würde. Merkwürdig in diesem Zusammenhang ist allerdings, daß die deutsche kommunistische Fraktion vor kurzem eine Anfrage an den Bundestag gerichtet hat, in der sie sich für das Privateigentum der Deutschen einsetzt, die aus den westeuropäischen Ländern und Übersee ausgewiesen wurden. Die KPD regte an, ein besonderes Referat im Ministerium für die Vertriebenen einzurichten. Die Bundesregierung solle, so schlug sie vor, die Kosten für die sogenannte Entfeindung deutschen Privatbesitzes übernehmen. – Es ist ein alter Gaunertrick, „Haltet den Dieb“ zu rufen, wenn man von sich ablenken will. Aber was mag man im westlichen Ausland dazu meinen? Denn auch dort kennt man eine „Feindvermögensgesetzgebung“, die das Recht auf Privateigentum bei den Deutschen nicht immer unterstützt...

D. B.