DIE ZEIT

„Haltet den Dieb“

Die tschechoslowakische Regierung hat Wertpapiere von Sudetendeutschen als staatliches Eigentum der Tschechoslowakei bei der westdeutschen Wertpapierbereinigung angemeldet.

Entweder – oder

Der Moskauer Funk meldete am Freitag, dem 16. Februar 1951, daß Stalin einem Vertreter der „Prawda“ folgenden Satz gesagt habe: „Wenn der britische Premierminister etwas von Finanz- und Wirtschaftswissenschaft verstünde, so würde er ohne Schwierigkeiten zu der Erkenntnis kommen, daß nicht ein einziger Staat – auch nicht die Sowjetunion – die zivile Industrie in vollen Gang bringen, eine Politik der systematischen Preisherabsetzung für Verbrauchsgüter betreiben und gleichzeitig die bewaffneten Streitkräfte vervielfachen und dazu noch eine Kriegsindustrie entwickeln kann.

Teurer Rat am 38. Breitengrad

Am 12. Februar hatte Attlee im Unterhaus gesagt, die Truppen dürften nicht noch einmal den 38. Breitengrad überschreiten. Am 15.

Helgoland – 2. Akt

Die britische Regierung hat mitgeteilt, daß sie bemüht sei, den Wünschen der Bundesregierung und der Einwohner Helgolands entgegenzukommen.

Bonn muß zur Vierer-Konferenz beitragen

Welche Vorstellungen hat die Bundesregierung von einem zukünftigen einheitlichen deutschen Staat, und welche Bedingungen knüpft sie an sein Zustandekommen? Dieser Frage kommt heute mit Rücksicht auf die geplante Vierer-Konferenz besondere Bedeutung zu.

Ein Mann, dem die Freiheit nichts nützt

Während diese Zeilen geschrieben werden, im ein junger 22jähriger Mensch. durch die Straßen Hamburgs und weiß nicht, wohin. Rolf Berger freut sich seiner Freiheit nicht.

Ramckes Flucht

Zu dem Gespräch mit dem aus Frankreich entwichenen ehemaligen General Ramcke sind wir auf eine offizielle französische Erklärung hingewiesen worden, die der deutschen Öffentlichkeit bisher nicht bekanntgeworden ist.

Frieden für Japan

Vor einiger Zeit erschien in der amerikanischen Presse ein offenbar amtlich inspirierter Artikel über die Schlüsselstellung Japans im Fernen Osten, der mit folgenden Sätzen schloß: „Wir müssen uns mit den Risiken, die mit einem Wiedererstehen Japans verbunden sind, abfinden; nicht nur, weil ein starkes Japan auf weite Sicht der einzige Weg zur Wiederherstellung der balance of power im Fernen Osten ist, sondern weil sich Japan mit Naturnotwendigkeit wieder zu einer Großmacht entwickeln wird, gleichgültig ob wir oder die Russen dagegen sind.

Exzeß des Maiertums

Wenn es jemals noch eine deutsche Geschichtsschreibung gibt, dann wird man die geduldige Kraft des ‚Maiertums‘, das behutsame Hausvatertum nicht genug preisen müssen,“ Zu dieser Würdigung des württembergisch-badischen Ministerpräsidenten Dr.

In der Rolle des Sancho Pansa

Gewiß gibt es dicke Männer, denen vom Schicksal die Rolle zugemessen zu sein scheint, gleichsam Zeit ihres Lebens mühselig durch ein Meer von Melancholie waten zu müssen.

Von Friedrich Engels zu Martin Niemöller

Vor fünfzig Jahren wurde die Schwebebahn eingeweiht, die die konkurrierenden Städte Elberfeld und Barmen verband. Da heute Wuppertal die Wiederkehr dieses Tages feiert, wird das allgemeine Interesse auf diese Großstadt im Bergischen Lande gelenkt, deren Tüchtigkeit und Originalität nicht genug gerühmt werden können.

Boulevard-Theater

Die Halbmillionenstadt Stuttgart hatte seit Sommer 1949 nur noch zwei Sprechbühnen: das seriöse, etwas schwer bewegliche Staatsschauspiel (seit Jahresfrist im Schauspielhaus untergekommen) und das zwischen Avantgardismus (mit manchmal unzulänglichen Mitteln) und Unterhaltung lavierende Junge Theater, das als Kollektiv spielt.

Erdachte Antwort

Rilkes Übertragung hat die erstmalig 1669 20 Paris gedruckten „Lettres portugaises“ berühmt gemacht. Ihr Empfänger war ein Marquis, der sich nach seiner Flucht aus Portugal kein Gewissen daraus machte, die ihm von der verlassenen Geliebten anvertrauten Geständnisse tragischer Gefühlsüberwältigung, in seine Muttersprache übersetzt, auf den französischen Büchermarkt zu bringen.

Ungenügende Selbstsucht

Die deutsche Romanproduktion hat sich seit dem Kriegsende noch schärfer als früher in zwei auseinanderstrebende Tendenzen getrennt: sie verfährt entweder beschreibend („wirklichkeitsnah“ lautet dafür das lobende Prädikat) oder konstruierend.

Die bürgerliche Dynastie

Die Vorliebe von Autoren und Publikum für den Generationen-Roman läßt sich wohl nur zum Teil aus der Tatsache erklären, daß die Generations-Thematik ein gleichsam naturgegebenes Kompositionsschema für die so schwierige Kunstform des Romans bietet.

Rückkehr zu sich selbst

Das kurze aber glückliche Leben des Francis Macomber" beißt die Novelle von Ernest Hemingway, nach der das Drehbuch des Films „Affäre Macomber" (Capitol, Hamburg, Regie Zoltaa Korda) geschrieben" wurde.

Die Friedenspartisanen

Vorausgegangen war Stalins Interview. In ihm waren, unter vielem anderen. Töne dieser Art geschlagen worden: Die UNO habe sich selbst liquidiert, sie sei ein rein amerikanisches Machtinstrument geworden.

Tragödien in London

Elisabeth Bergner versucht zur Zeit ein come back’, dessen anhaltender Erfolg allerdings recht skeptisch beurteilt wird. Die Künstlerin hatte England 1940 unter wenig erfreulichen Umständen verlassen und seitdem am Broadway gewirkt.

Notizen

Oskar Kokoschka, dessen malerisches Werk letzthin in verschiedenen Städten des Bundesgebietes in einer umfangreichen Überschau dem deutschen Publikum zum ersten Male nach dem Kriege wieder vor Augen geführt wurde, feiert am 1.

Die List der Bretter

Ein Zuwachs im deutschen Bestände dramatischer Dichtungen wurde versprochen und erhofft. Aber das Ergebnis der zwei Hamburger Premierenabende war bescheidener: Hans Rehfischs neugefaßter „Juckenack“ erwies sich (im Deutschen Schauspielhaus) vor strengen, literarischen Maßstäben als ein in der Substanz schmales, in der Diskussion längliches und in der Figurenzeichnung unscharfes Gedankenexperiment, Günter Weisenborns „Drei ehrenwerte Herren“ (in den Kammerspielen) als eine Farce mit vagem Tasten nach erbaulichem Sinn.

Dokumente und Urteile

B. H. Liddell Hart: Jetzt dürfen sie reden (Stuttgarter Verlag GmbH., 573 S.). – Der zweite Weltkrieg aus der Sicht der deutschen Generale, aufgezeichnet von dem bekannten britischen Militärschriftsteller, dessen Vorliebe für deutsche Generale bekannt ist.

Ein schwarzer Erzähler

Die deutsche Buchausgabe von Jacques Roumains, des haitianischen Dichters und Politikers, letztem Roman „Herr über den Tau“, die jetzt als Ro-Ro-Ro-Taschenbuch vorliegt (Rowohlt, Hamburg, 164 S.

Einzelhandel will aktiver werden

Die Hauptgemeinschaft des Deutschen Einzelhandels in Köln ist laut „Jahresbericht 1950“, der in diesen Tagen veröffentlicht wurde, der Meinung, ihre aus der Erfahrung der letzten Jahre abgeleitete Pflege der politischen Arbeit sei richtig und werde auch für die Zukunft die Aufmerksamkeit der Hauptgemeinschaft erfordern.

„Mitarbeiter-Aussprachen“

Nun wollen die Unternehmer, lange Zeit in der Defensive (ihre eigene Schuld), endlich aus der Reserve heraustreten. Inspiriert von der Volkswirtschaftlichen Gesellschaft, gestützt von Vertretern des Bundesverbandes der deutschen Industrie, des Vereins Deutscher Maschinenbauanstalten, der Arbeitsgemeinschaft zur Förderung der Partnerschaft in den Betrieben, des Bundes Katholischer Unternehmer, des Verbandes selbständiger Unternehmer, des Presseausschusses der Kammern und Verbände Stuttgart, der Versicherungswirtschaft und der Wissenschaft werden künftig „Mitarbeiter-Aussprachen“ durchgeführt.

Köln: Fachmessen bewähren sich weiter

Köln eröffnete mit Haushalt- und Eisenwaren die diesjährigen Frühjahrsmessen: 52 000 qm, 900 inländische und 450 ausländische Aussteller aus 16 Ländern; äußerlich „friedensmäßiges“ Angebot; in Bezug auf Koordinierung, Qualität und technische Entwicklung interessant.

Improvisieren verlangt klares Konzept

Der Vorstoß des Bundesfinanzministers in Sachen Sondersteuer für Süßwaren ist, wie wir das hier schon vor zwei Wochen voraussagten, schmählich gescheitert.

Wuppertal: die addierte Großstadt

Durch das Gesetz über die kommunale Neugliederung des rheinisch-westfälischen Industriegebietes vom 29. Juli 1929 wurden die bis dahin selbständigen fünf Städte Barmen, Elberfeld, Cronenberg, Ronsdorf und Vohwinkel vereinigt.

Wuppertaler Wirtschaft

In Wuppertal gibt es rund 2000 industrielle Betriebe – mehr als in irgendeiner anderen Stadt des Westens, die teilweise an Einwohnerzahl dieses Wuppertal mit 360 000 Köpfen weit übertreffen.

Bahnhöfe, Bahnhöfe...

Mag Wuppertal eine an rein historischen Traditionen arme Stadt sein (darin unterscheidet sie sich nicht sehr von den meisten anderen Großstädten des Industriegebietes), so ist hier jedoch eine um so stärkere Tradition technisch-unternehmerischen Fortschritts zu Hause.

Nie ohne Forschung

Daß wissenschaftliche Forschung die Grundlage für jede chemische Fabrik bildet, galt nicht als selbstverständlich. Auch in den 1863 gegründeten Farbenfabriken Bayer bat man sich anfangs mit empirischen Methoden und erworbenen Rezeigten geholfen.

In den Flaschenhals gebaut...

Für Wuppertal hat kürzlich ein Reporter eine bemerkenswerte Metapher geprägt „Die Enge Wuppertals erinnert an jene komplizierten Kunstwerke, die von Matrosen in eine Flasche – gesäubert werden.

Ursprung und Weg der Kunstseide

Die Kunstseide ist aus dem Bereich der textilen und technischen Massenrohstoffe nicht mehr wegzudenken. Dabei ist es erst 60 Jahre her, daß die industrielle Geschichte der Kunstseide beim Grafen Chardonnet in Besançon mit Nitroseide begann.

Zwischendurch:: Aufruf und Antwort

„... Wenn die Wallstreet-Imperialisten und ihre Bonner Handlanger den Dolch zücken, dann werden wir in den ruhmreichen Reihen der Roten Armee mitmarschieren und den Frieden verteidigen.

Mäzene und Künstler in Wuppertal

Wuppertal verfügt über ein Museum, dessen Bilder und Plastiken einen Ruf in ganz Deutschland besitzen; dies verdankt die Stadt den einheimischen Mäzenen und Kunstfreunden.

Die Bühne als Sprungbrett

Wuppertal ist ein Sonderfall unter den Städten; denn es war plötzlich da. Ohne Umstände, ohne Umschweife. Fast über Nacht hatte es sich reich gewirkt und reich gefärbt.

Textilwirtschaft gibt das Gepräge

Wuppertal gilt seit langem als einer der führenden deutschen Textilstandorte. Nach der Zahl der Betriebe steht es höchstwahrscheinlich an der Spitze vor den westdeutschen Schwestern.

Barmer Artikel

Die Bandindustrie des Wuppertals hat eine lange Geschichte. Zum erstenmal wird im Jahre 1549 urkundlich in einem Vertrage zwischen Schwelm und Elberfeld das „Lindtwirken“, also das Weben von Bändern erwähnt.

„Hofaue in Germany“

Es gibt Straßen und Plätze, deren Namen zu einem Begriff geworden sind. Sprach der Kaufmann vom Hausvogteiplatz in Berlin, so meinte er die Damenkonfektion, sprach er vom Brühl in Leipzig, so war der Pelzhandel gemeint.

Krisenfest durch Vielfalt

Von den 68 014 Beschäftigten der Wuppertaler Industrie – in Betrieben mit zehn und mehr Personen – sind 24 480 bei Textil und Bekleidung, 20 682 bei Eisen und Metall und 22 852 bei sonstigen Fertigungen tätig.

Stadt Zion über der Wupper

„So zeigen wir hierdurch alleruntertänigst an, daß die Beschwerden wider die Ronsdorf er solchen Anstoß und Ärgerniß gegeben haben, wodurch fast alle Einwohner des Landes, besonders aber alle Reformirte Consistoria und Gemeinden im Gülich und Bergischen, in Bekümmerniß und Unruhe sind eingesetzet worden.

Frauenarbeit stets gefragt

Vielerorts ist heute das Problem der Arbeitslosigkeit durch den Überschuß an weiblichen Kräften bestimmt. Wuppertal dagegen hat fast keine Arbeitslosen und ist von der Berufsnot der weiblichen Jugendlichen und Schulentlassenen gegenüber anderen Großstädten kaum betroffen.

Weltgeschehen zu Hause

Der Sensation direkt gegenüber sitzt die Familie im eigenen Wohnzimmer, wenn der Fernsehreporter vielleicht das Autorennen von Minneapolis, den Ausbruch des Vesuvs oder den dreifachen Salto ohne Netz irgendeines berühmten Artisten aus einem Zirkus in Berlin oder London, Sydney oder Rio überträgt.

DIE WOCHE

Präsident Truman erklärte, die Vereinigten Staaten seien nach wie vor bereit, jede Möglichkeit zu sondieren, die eine Aussicht bieten Schwierigkeiten mit anderen Nationen unter ehrenhaften Bedingungen aus der Welt zu schaffen.

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