Dii, Köln, Ende Februar

Köln eröffnete mit Haushalt- und Eisenwaren die diesjährigen Frühjahrsmessen: 52 000 qm, 900 inländische und 450 ausländische Aussteller aus 16 Ländern; äußerlich „friedensmäßiges“ Angebot; in Bezug auf Koordinierung, Qualität und technische Entwicklung interessant.

Die vom Verband Deutscher Eisenwarenhändler (VDE) vorgenommene „Erhebung“ Kölns zur offiziellen VDE-Messe hat sich offenbar bewährt – wenn auch, weil die westdeutschen Messeveranstaltungen so dicht aufeinander folgen, einige namhafte einschlägige Firmen nicht vertreten waren. So hat sich die Werkzeug- und Baubeschlagindustrie für Hannover entschieden. Doch prinzipiell hat wohl dieser erste Teil der Kölner Frühjahrsmesse die Richtigkeit der Fachmessenpolitik bewiesen.

Politischer „Schlager“ war in Köln der Deutsch-Italienische Wirtschaftstag. Italiens Außenhandelsminister Lombardo, Bundeswirtschaftsminister Prof. Dr. Erhard und Frankreichs Hoher Kommissar, François Poncet, sprachen offiziell und inoffiziell. Der Tenor war: die Liberalisierung wird beibehalten Was gegenwärtig auf diesem Gebiet im einzelnen geschieht, dient nur der Sicherung des Erreichten.

Zwar mußte die Industrie auf der Messe zu inzwischen notwendigerweise erhöhten Preisen anbieten. Doch verlief dieserhalb das Geschäft keineswegs unfreundlich, wenn auch verschiedene Einkäufer nicht glauben wollten, daß die Preiserhöhungen sich im Rahmen der gestiegenen Kosten der Industrie hielten. Der dominierende, weil einkaufende Handel behauptet von sich, er sei voll bemüht, die Preissteigerungen so in die Kalkulation einzubauen, daß der Verbraucher Vor allen vermeidbaren Belastungen geschützt wäre. In diese Argumentation paßt hinein, daß Spekulationsgeschäfte kaum zum Abschluß kamen. Natürlich fehlt dem Handel auch das hierfür notwendige Kapital. Und dann ist ja noch offen, ob die ausgehandelten Lieferfristen mit den ausgehandelten Preisen bei Realisierung der Geschäfte in Einklang stehen werden. Noch komplizierter wird dies selbstverständlich für die ausländischen Anbieter, weil bei ihrem Geschäft ja nicht nur Preise und Lieferfristen, sondern auch die Außenhandelspolitik zu beachten ist? Die angekündigte vorübergehende Liberalisierungseinschränkung hat hier zweifelsohne Verstimmung ausgelöst.

Von der technischen Seite her ist zu vermerken, daß das Angebot der Heiz- und Kochgeräteindustrie bewußt auf den sozialen Wohnungsbau abgestellt ist, daß die lose Kombination von Kohle- und Gasherden sich durchsetzt, daß Kohleherde, die Backeinrichtungen, Dauerbrandheizung und Warmwassererzeugung miteinander vereinigen, üblich werden und daß sich als eine Art „Messeschlager“ ein neues Schnellwaschgerät herausstellte.