Von den 68 014 Beschäftigten der Wuppertaler Industrie – in Betrieben mit zehn und mehr Personen – sind 24 480 bei Textil und Bekleidung, 20 682 bei Eisen und Metall und 22 852 bei sonstigen Fertigungen tätig. Innerhalb der also hervorragenden Textilindustrie steht die Herstellung von Band- und Flechtartikeln mit etwa zwei Drittel der Kapazität des Bundesgebiets an bevorzugter Stelle. Beachtlich ist auch das „Gewicht“ der Zwirnereien und Hersteller handelsfertiger Garne. An Breitwaren werden Kleider-, Wäsche- und Futterstoffe sowie Teppiche, Möbel- und Dekorationsstoffe gewebt. Diesen textilen Verarbeitungen entspricht die Veredlung mit der Stück- und Strangfärberei und der Stoffdruckerei. In den letzten Jahren hat die Ausweitung der Strick- und Wirkwarenfertigung die Vielfalt ergänzt. Zu Beginn des Jahrhunderts begann die Firma I. P. – Bernberg A.G. in Barmen mit der Entwicklung kunstseidener Fasern. Die Vereinigte Glanzstoff-Fabriken A.G. produziert dagegen in Wuppertal nicht. Doch schon von 1901 an ist der Firmen- und Verwaltungssitz Wuppertal-Elberfeld.

Seit die Technik die fabrikationsmäßige Herstellung von Bekleidung ermöglichte, lag eine neue industrielle Betätigung frei! Die Wuppertaler Hersteller von Herren- und Knabenoberkleidung, von Wäsche, Frauen- und Kinderkleidung haben einen hohen Leistungsstand. Hinzu gekommen sind mancherlei Artikel des Bekleidungszubehörs, wie Knöpfe aus Kunstharzpreßmasse und Metall, Mützen, Schirme, Steppdecken, gummielastische Artikel und nicht zuletzt (seit 1918) Reißverschlüsse.

Noch mannigfaltiger aber ist das Programm der Eisen- und Metallindustrie. Die Werkzeugindustrie steht an erster Stelle. Dominierend ist ferner die Kleinmetallwarenindustrie; beachtenswert dann die Herstellerbetriebe für Schrauben und Fassondrehteile, für Schlösser und Beschläge. Hinzu kommen Haushaltwaren, wie Herde, Stahldrahtmatratzen, Staubsauger, Beleuchtungskörper, Waagen und Einzelteile für technische Verwendungszwecke (Stahlgelenkketten, Telefon- und Telegrafenbaumaterialien, Fahrzeugteile), auch Emailleschilder, Laternen, Dachdeckerwaren, Gas- und Wassermesser.

Neben der Textilmaschinenfertigung steht der Bergwerksmaschinenbau, die Produktion von Industrieöfen, lufttechnischen Anlagen, Maschinen für Schuhmacher, für die Landwirtschaft und das Nahrungs- und Genußmittelgewerbe, Zahnräder, Getriebe, Maschinenwerkzeuge, Armaturen, Kugel- und Wälzlager, Dampfkessel, Bleiapparate, Aufzüge – alle Produkte haben in Wuppertal ihren Produzenten gefunden. Lastkraftwagenanhänger und Motorräder werden gebaut. Ferner werden Metall- und Bandwalzwerke der Gießereien betrieben.

Auf die heimische Textilindustrie geht die hier ansässige chemische Industrie der Gummiwarenfabrikation und der elektrotechnischen Industrie zurück. Die Farbenfabriken Bayer stellen in Elberfeld vorwiegend pharmazeutische Vorprodukte her. Die Fertigung künstlicher Farbstoffe, vom heimischen Textilgewerbe angeregt, ist dagegen verlegt worden. In den Elberfelder Forschungsstätten wurden die bahnbrechenden Arbeiten hierfür geleistet. – Ebenso geht die Seifenindustrie im Ursprung auf den Absatz an die Textilbetriebe zurück. Bedeutungsvoll ist die Lackproduktion in einer Reihe angesehener Unternehmen. – Gummi wurde schon gegen Ende des Jahrhunderts in den „Barmer Artikeln“ als Zubehör der Frauenbekleidung verwendet. Heute werden in erster Linie Gummisohlen, technische Gummiwaren und hochelastische Vollgummireifen gefertigt. Auch die elektrotechnische Industrie ist als Vorlieferant des Textilgewerbes gewachsen. Aus der Flechtartikelfertigung wurde das Umflechten von Drähten zu isolierten Leitungen entnommen. Heute bestehen verschiedene Spezialunternehmen für automatische Anlaß- und Schaltapparate, Kabelabschlußgeräte, Elektromotore oder Staubsauger.

Aus dem Bedarf an Versand- und Betriebshilfsmitteln erwuchs die Produktion von Papier- und Pappwaren. Briefumschläge, Versandtaschen, Papierbeutel sowie Brief- und Aktenordner haben seitdem Spezialhersteller gefunden – ebenso Tapeten. Verwandt ist das graphische Gewerbe mit einigen Spezialdruckereien für Kalender, Glanzplakate, Siegelmarken und Spezialbriefbogen.

Nicht zu vergessen das Wuppertaler Brauereigewerbe, führend in Nordrhein-Westfalen! Beachtlich ist sodann noch die Herstellung von Süßwaren, von Obstkonserven, Margarine und Backhefe.