Das kurze aber glückliche Leben des Francis Macomber" beißt die Novelle von Ernest Hemingway, nach der das Drehbuch des Films "Affäre Macomber" (Capitol, Hamburg, Regie Zoltaa Korda) geschrieben" wurde. Francis Macomber ist ein reicher, armer Mensch: reich, weil er viel Geld hat und eine schöne Frau; arm aber, weil er kein Mann ist, so daß er vor einem Löwen im afrikanischen Busch ausreiß!:, als er ihn auf einer Jagd schießen soll. Diese Flucht geschieht vor den Augen seiner Frau und eines Mannes, der Löwen schießen kann; für die Frau wird sie zum endgültigen Akzent auf ein nicht gelebtes Leben — für Fraacts aber der erste Schritt auf dem Weg zu sich selbst. Als einige Tage später eine ebenso gefährliche Situation entsteht, wird sie von Macomber gemeistert, aber gerade in diesem Augenblick setzt ein Schuß aus dem Hinterhalt, abgefeuert von der eigene Frau, seinem nur kurze Zeit dauernden "wirklichen" Leben ein Ende.

Der Film gerät biswellen in die Gefahr, als ein Streifen über das übliche Dreiecksspiel — eine Frau zwischen zwei Männern, von denen natürlich der tapfere gewinnt — mißverstanden z werden. Aber es gibt ganze Szenen, in denen sichtbar wird: die Löwenjagd ist der letzte Versuch der Macombers, eines amerikanischen Durchschnittsehepaares mit Geld, aus der tiefen Langeweile des Daseins zu sich selbst zurückzukehren, Und dann stellt es sich heraus: als sie sie selbst sind, passen sie nicht mehr zueinander. Francis ist bereit, auf seine Frau zu verzichten, sie aber haßt ihn und tötet ihn. Joan Bennett ist Margret Macomber, hart, rücksichtslos und mit einem in zehnjähriger Gewohnheitsehe zugeschütteten Herzen; Robert Preston ist Francis: ein Mann, der nicht nur männlicher, sondern menschlicher wird während der Rückkehr zu sich selbst. P. H. Mit tiefenpsychologischern Hintergrund, abec vordergründigen heilsamen Scherze rollt die "Ehekomödie" zwischen der sich langweilenden Frau, dem gutmütigen, auf amerikanische Weis vergewaltigten Ehemann uad einem Pianisten mit naiven Künstlerlaunen ab. Ein nicht mehr neuer, aber einer der letzten Filme aus Ernst Lubitschs leichter Meisterhand mit Merle Oberon und Melvya Douglas, dem letzten Partner der Garbo. (Urania, Hamburg ) em.