Mit Publicity hat uns der-Maschinenbau bishernicht verwöhnt. Begrüßen wir daher, daß Generaldirektor Reuter von der DEMAG, Duisburg, die Hauptversammlung zum Anlaß nahm, die Lage des Maschinenbaus zu skizzieren.

Von seiner Gesellschaft meinte er mit gewissem Stolz, daß sie „zu den Firmen gehören wird, die auch durch diese schwierigen Zeiten hindurchkommen“. Zugleich wiederholte er den Dezember-Beschluß, die Belegschaft am Gewinn zu beteiligen. Werden Dividenden verteilt, so erhält künftig der Arbeitnehmer in Höhe des jeweiligen Dividendensatzes Prozente seines Bruttojahreslohnes nach der HV ausgeschüttet. Daß für 1950 eine Dividende angekündigt wurde, zeigt die gefestigte Stellung des Unternehmens im In- und Auslandsgeschäft.

Der Gesamtumsatz 1950 des deutschen Maschinenbaues betrug 5,45 Mrd. DM, erreichte also 1938 nach Elimination der Preisunterschiede, Mit 480 000 Beschäftigten in 4000 Einzelunternehmen liegt der Maschinenbau an der Spitze vor der Kohle mit 475 000, der Chemie mit 300 000 und Eisen und Stahl mit 240 000 Belegschaftsmitgliedern. „Weil wir schnell und pünktlich liefern konnten, erreichte der deutsche Maschinenexport 1950 einen Umsatz von 1,3 Mrd. DM oder 25 v. H. der Gesamtproduktion gegen 455 Mill. oder 15 v. H. in 1938.“ Die DEMAG selbst habe 33 v. H. ihrer Erzeugung exportiert. An ihrem Auftragsbestand sei gegenwärtig zu 60 v. H. das Ausland beteiligt: aber der Export muß erkämpft werden. Das hören wir auch aus einem anderen gleich bedeutsamen Werk.

Die Leistungsrechnung Reuters: Nach einer Vorkriegsfaustregel hat ein Werk dann eine gute Leistung vollbracht, wenn Jahresumsatz dividiert durch Beschäftigtenzahl rund 10 000 Mark ergab. Unter Berücksichtigung der Preisänderungen wären für 1950 also rund 18 000 DM „zu setzen“. Der deutsche Maschinenbau lag 1949 bei etwa 12 500 DM, 1950 bei etwa 15 500 DM und hatte gegen Jahresende den Friedenssatz erreicht. Ob dieser Stand gehalten werden kann?

Von 100 jungen Deutschen des Jahrganges 1924 befinden sich nur noch 37 bei voller Gesundheit; in der Schweiz beispielsweise sind es 87. Das kann auf die Leistungkraft drücken. Zumindest zeigt diese Zahl das Nachwuchsproblem deutlich. Wenn dennoch jene gute Durchschnittsleistung überhaupt erreicht werden konnte, so spricht dies für Organisation und Technik im deutschen Maschinenbau. R.