Ernst Schäfer: über den Himalaja ins Land der Götter. (Vieweg-Verlag, Braunschweig, 200 S., 32 Abb., Leinen 9,60 DM.) – Der erste Band über die kurz vor dem Kriege unternommene große Expedition nach Tibet (der zweite erschien bereits unter dem Titel „Fest der weißen Schleier“). Grandiose Naturschilderungen und wissenschaftliche Erkenntnisse runden sich zum Bild des „Landes der Götter“, das heute zu den politischen Brennpunkten der Welt gehört.

Gisela Bonn: Marokko. Blick hinter den Schleier. (J. G. Cotta’sche Buchhandlung, Stuttgart; 200 S., 70 Abb., Leinen 16,50 DM.) – Weibliche Perspektive macht den Charme und die Besonderheit des konservativen Reiseberichtes aus, der das Geheimnis des zwischen Okzident und Orient orientierten westlichen Teils von Nordafrika ergründen will.

Choderlos de Laclos: Gefährliche Liebschaften. (Janus-Bibliothek der Weltliteratur, Stuttgart-Wien-St.-Gallen; 639 S., Dünndruck, Leinen DM 7,80.) – Schön ausgestattete und elegant verdeutschte Ausgabe der berühmten Selbstzergliederung des galanten Zeitalters, in seiner unerbittlichen Schärfe erst von manchen heutigen Franzosen wieder erreicht.

Viktor Theiss: Erzherzog Johann, der steirische Prinz. (Verlag Bühlau, Graz, 175 S., Leinen DM 6,80.) – Den handschriftlichen Aufzeichnungen des volkstümlichen Erzherzogs nacherzählt, dessen Vater (Leopold II.) und Bruder (Franz I.) Österreichs Kaiserwürde innehatten. Der „Freund der grünen Steiermark“ selbst trat nur vorübergehend in das hellere Licht der Geschichte, als er 1848 zum Reichsverweser gewählt wurde.

Martin Gumpert: Dunant. Der Roman des Roten Kreuzes. (Südverlag, Konstanz, 330 S., Leinen 7,80 DM.) – Gumpert, Medizinhistoriker, humaner Gewissenswecker und überdies ein Schriftsteller von bewährtem Rang und Ruf, ist der Uberzeugung, „daß das Rote Kreuz sich selbst und der Menschheit keinen größeren Dienst erweisen könnte, als wenn es erneut sich aufschwingen könnte zum kämpferischen Mittelpunkt aller Kräfte, die die untergehende Menschheit kurz vor ihrem endgültigen Zusammenbruch retten wollen“. In diesem Sinne ist seine Dunant-Biographie mit ihrer erregenden Buntheit und verpflichtenden Tiefe kein bloßes Denkmal, sondern eine Aufrüttelung, über Dunant hinauszugehen. „Das Rote Kreuz, das Wunden heilt, muß auch Wunden verhüten.“

Fritz Steuben: Der strahlende Stern. (Kosmos, Gesellschaft für Naturfreunde, Franckh’sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart; 218 S., Leinen, DM 6,80.) – Eine Erzählung vom Leben und Schicksal der Indianer und vom Reifen des Indianerhäuptling Tecumseh, alten Quellen geschickt nacherzählt mit vielen Textbildern.