Von unserem Schweizer Korrespondenten

R. K. N. Zürich, im März

Der Schweizerische Bundesrat hat den ersten Teil einer Botschaft an das Volk über ein fünfjähriges Rüstungsprogramm veröffentlicht, durch das eine vollkommene Reorganisation der Armee erreicht werden. soll. Die Gesamtkosten dieses Verteidigungsplanes betragen 1463 Millionen Franken. Sie kommen zu dem jährlichen Normalbudget für die Armee von 470 Millionen Franken hinzu. Von diesem außerordentlichen Etat entfallen auf die Beschaffung, von Kriegsmaterial 1121 Millionen Franken und auf Bauten 342. Der Hauptanteil des außerordentlichen Budgets kommt der Panzerabwehr zugute (455 Millionen), in zweiter Linie der Artillerie (107 Millionen) und schließlich der Fliegerabwehr (15? Millionen). Flugplätze (III Millionen), Munitionsmagazine (97 Millionen) und Festungsbauten (30,7 Millionen) sind weitere wichtige Budgetposten dieses Rüstungsetats.

In der Begründung zu diesem Programm verweist der Bundesrat auf den raschen Wechsel der modernen Kriegstechnik und die neue militärpolitische Lage der Schweiz, die sie zwinge, die Zeit zur Verstärkung ihrer Verteidigung aufs äußerste auszunützen. Zum Konzept der Landesverteidigung selbst erklärt der Bundesrat, die Verteidigung solle aktiv geführt werden; also durch eine Feldarmee und nicht durch ein starres Verteidigungssystem. Die Truppe soll sowohl an der Grenze und im Mittelland, wie im Réduit eingesetzt werden, es sei nicht im entferntesten daran gedacht, einem: künftigen Gegner auch nur den kleinsten Teil des Landes kampflos zu überlassen, wie es dem seinerzeitigen Réduit-Konzept entsprach. Hauptwaffe bleibt weiterhin die Infanterie, die durch Panzer verstärkt wird; daneben werden, leichtbewegliche Truppen, ebenfalls mit Panzern, gegen feindliche Luftlandetruppen bereitgestellt werden. Die Alpenfestungen St. Gotthard, Sargans und St. Maurice werden, weiter ausgebaut und in großer Zahl sollen, unterirdische Vorratsmagazine angelegt werden. Die Fliegerabwehr-soll verbessert und ein Luftschutz mit Material gegen atomische, biologische und chemische Kriegsführung in Dienst gestellt werden.

Dieses Programm, das selbst – für die reiche Schweiz eine keineswegs leichtzunehmende finanzielle Belastung, darstellt, beweist, wie stark in diesem Lande der Wille ist, sich zu verteidigen. Immer wieder ist in den letzten Wochen von verantwortungsvoller Seite erklärt „worden, daß gegenüber den unausdenkbaren Folgen, die mangelnde Wehrbereitschaft haben könnte, selbst die größten materiellen Opfer für eine Rüstung vorzuziehen seien.