DIE ZEIT

Wenn die Preise steigen...

Bei steigenden Preisen wird jeder kaufen, der Mittel verfüglich hat: angefangen von der Hausfrau bis zum Fabrikanten, der sich mit Roh- und Hilfsstoffen eindeckt – vom Spekulanten ganz zu schweigen.

Die Übereiligen

Die Westmächte haben der Bundesrepublik dieoffizielle Genehmigung zur Errichtung eines Außenministeriums erteilt. Damit hat die Bundesrepublik wieder einmal einen beträchtlichen Schritt vorwärts getan.

Bärendienst für Clementis

Die Nachricht, daß der frühere tschechoslowakische Außenminister Clementis aus Prag verschwunden und wahrscheinlich ins Ausland geflüchtet sei, tauchte am 4.

Mißtrauen gegen Bonn

Der Bundeshauptstadt fehlt ganz einfach der politische Kontakt mit dem Volk. Regierung und Parlament stoßen in weiten Kreisen der Bevölkerung auf tiefes, ressentimentbeladenes Mißtrauen.

USA-Schiffe im Sowjetdienst

Wir sind keine Preis-Boxer, die sich im Ring vor dem Kampf die Hände schütteln!“ Mit diesen Worten lehnte der amerikanische Botschafter John C.

DIE WOCHE

der vier Großmächte zusammen, um über eine Tagesordnung einer eventuellen Konferenz der „Großen Vier“ zu beraten. Der amerikanische Delegationschef Dr.

Das Erbe der Dritten Republik

Die Unbedenklichkeit, mit der in Frankreich aus innerpolitischen Gründen Regierungskrisen hervorgerufen werden, wenn es gilt, außenpolitische Entscheidungen zu treffen, ist kein neues Phänomen.

Kricket ist ein schwacher Trost

Versteh’ einer die Engländer! In der vergangenenWoche haben sie, zum erstenmal seit 1938 und mit Ach und Krach, ein Länderspiel im Kricket gegen Australien gewonnen.

Amerika selbstkritisch

Boleslaw Barlog hat in Berlin-Steglitz wieder einmal mit einer amerikanischen Importware Erfolg. Über Jahre hin war hier der Yankee-Reißer „Drei Mann auf einem Pferd“ ein Rekordschlager.

Die Juden hinter dem Eisernen Vorhang

Zu der Frage, wie es eigentlich heute den Juden in der Sowjetunion und in den osteuropäischen Ländern ergeht, ist vor kurzem von zwei verschiedenen jüdischen Komitees Stellung genommen worden, die unabhängig von einander ihre Nachforschungen angestellt haben.

Neuer junger Autor

Der heutige Kölner Student Rudolf Oswald Diehl war von seinem zwanzigsten bis fünfundzwanzigsten Lebensjahr in russischer Gefangenschaft.

Kulturgespräche...

Trotz des Mißtrauens, dem jede Institution begegnet, die sich im Ruhrgebiet um „deutschfranzösische Beziehungen“ bemüht, gelang es dem Dortmunder Auslands-Institut, zwischen Monsieur Raimond Schmittlein, dem Generaldirektor der Kulturabteilung des französischen Höhen Kommissariats, und den Kulturdezernenten und Oberstadtdirektoren von Nordrhein-Westfalen eine Ausspräche zu arrangieren.

Träume kleiner Leute

Wenn’s den reichen Leuten, gut geht, – träumen die Armen: vom Glück, vom Reichtum, von einer Gehaltsaufbesserung und von ein bißchen Liebe.

Die Schweiz rüstet auf

Der Schweizerische Bundesrat hat den ersten Teil einer Botschaft an das Volk über ein fünfjähriges Rüstungsprogramm veröffentlicht, durch das eine vollkommene Reorganisation der Armee erreicht werden.

Notizen

In Amsterdam wurde eine Gemäldeausstellung mit 45 Landschaftsbildern eröffnet; die Malerin ist die ehemalige Königin Wilhelmine der Niederlande.

Tip für Taschendiebe

Wenn man am Sonntagabend auf dem Hamburger Hauptbahn bot in den Italienexpreß steigt, ist man am Dienstagmorgen in Rom. Von Rom bis Neapel fährt man mit dem Schnellzug vier Stunden.

Die kosmischen Sümpfe

In Paris ist stets ein Abbé bei der Hand, der bei den distinguierten Wohltätigkeitsdamen und den christlichen Literaturkonventikeln „en vogue“ ist.

Harte Köpfe

Als sie das Firstholz gesetzt hatten und, jeder noch die schweißverklebten Haare in der Stirn, von ihrer Höhe aus die vierzig Meter in die Tiefe schauten zu den spukhaft kleinen Menschen, sagte Martin seelenruhig, wie wenn es um einen Vorschlag für den Feierabend ginge: „Jetzt werde ich dich da hinunterwerfen.

Schule der Prüderie

Noch vor Vandeveldes „Vollkommener Ehe“, 1930, erschien bei Eugen Diederichs in Jena, dem Verleger Kierkegaards und Maeterlincks, eine „Schule der Liebe“.

In Unwissenheit...

„Der Ausbruch des von landräuberischen Absichten getragenen Siebenjährigen Krieges Friedrichs II. von Preußen zwang Lessing, in Leipzig einem mühseligen Broterwerb nachzugehen.

Ein Erzieher wurde zum Mythos

In Chikago habe ich zum erstenmal in den aller Romantik abholden Vereinigten Staaten entdeckt, daß es doch so etwas wie einen Mythos gibt! In diesem Fall übrigens einen sehr lebendigen Mythos: den Präsidenten der Universität Robert M.

Zwischen Wunschtraum und Wirklichkeit

Die Bühnenwerke des italienischen Dichters Ugo Betti setzen sich in zunehmendem Maße auch in Deutschland durch. In Hamburg brachte dieser Tage die Studio-Bühne der „Brücke“ das Lustspiel „Unsere Träume Demnächst kommt am Nationaltheater Mannheim das Schauspiel „Die unschuldige Irene“ heraus, ein älteres Drama folgt etwas später in Darmstadt.

Drei deutsche Amerikaner

Alfred Neumann (oben), der Romancier („Der Teufel, „König Haber“) und Bühnenautor („Der Patriot“), ist zu einem längeren Aufenthalt aus Los Angeles nach Deutschland gekommen; der Film „Viele heißen Kain“ nach einem Stück „Abel“ läuft Ostern in Hamburg an.

Das greuliche Festmahl

Es setzte schon ein großes Gelächter ein, sobald nur Abend wird der Sanfte, Häuptling auf der noch unentdeckten Insel der Groß-Lulu, aufgemacht wie ein Kannibale von Adolf Oberländer, auf der Bühne der Münchner Kammerspiele sichtbar wurde.

Wendemarke?

Seit Mitte Februar deuten sich Preisabschläge auf den internationalen wie auf den innerdeutschen Märkten an. Wichtige Welthandelsartikel, wie Getreide, Öle und Fette, einige NE-Metalle, Altmetalle, entfernen sich mehr oder weniger rasch von ihren Höchstpreisen zu Jahresbeginn.

Mr. Patterson war da

Von dem forschen und kritischen Ton der ersten Stellungnahme des Advokaten Robert P. Patterson, Ex-Kriegsminister und Ex-Bundesrichter der USA, in Sachen Entflechtungspolitik seiner Regierung ist nicht viel übriggeblieben, wenn man die zwar schmeichelhaften und diplomatisch gewandten, aber juristisch nicht sehr griffigen Sätze im Abschiedsbrief an seinen Auftraggeber, den Staatssekretär a.

Sperrguthaben für Investitionen

Die Alliierte Hohe Kommission hat neue Erleichterungen für ausländische Kapitalanlagen bekanntgegeben. Die Bank deutscher Länder, ist nach der neuen Regelung ermächtigt, eine „allgemeine Genehmigung“ für die Übertragung von ausländischen DM-Guthaben auch an andere nicht in Deutschland lebende Personen zu erteilen.

Restitutionsgelder für den chiffbau

„Der Vorschlag, den ich gemacht habe“, so schreibt uns Dr. Hjalmar Schacht auf unsere Bitte, sein neues Finanzierungsprojekt in der „Zeit“ zu erläutern, „verbindet zwei Probleme miteinander und gestattet die Lösung beider; nämlich die Transferierung der Restitutionsgelder und die Kapitalbeschaffung für die deutsche Schiffahrt – Hier nun die Einzelheiten des Vorschlags, der große Beachtung gefunden hat, in der uns von Dr.

Was will Wien wirklich?

Das deutsche Eigentum in Österreich wird treuhänderisch verwaltet; aber leider oft so, daß selbst der Finanzminister die Befürchtung ausspricht, es könnte sich dabei mancher Vermögenswert von selbst aufzehren.

Wie es kam: Importstopp-Kreditabbau

Die Tatsache, daß noch vor Auslaufen des EZU-Kredits die Liberalisierung der deutschen Einfuhr vorerst eingestellt werden mußte, hat die Frage aufwerfen lassen, warum es trotz der damals gewährten Hilfe (und trotz des auch von der OEEC als ausreichend angesehenen Wirtschaftsprogramms der Gutachter und der Bundesregierung) zu dieser Entwicklung kommen konnte.

Preisvorbehalte nur bei langer Lieferfrist

Über einen schlechten Besuch ihrer Stände auf dem fast wieder „friedensmäßigen“ Messegelände konnten sich die rund 1000 in- und ausländischen Ausstellerfirmen der Kölner Textil- und Bekleidungsmesse, die als zweiter Teil der Frühjahrsmesse stattfand, kaum beklagen.

Es wird vorsichtiger disponiert

Mit der Mustermesse vom 28. Februar bis 4. März hat das diesjährige Programm der Deutschen Industriemesse Hannover seinen erfolgversprechenden Start gefunden.

Demnächst: Messe Frankfurt

Für die kommende Frankfurter Frühjahrsmesse (11. bis 16. März) ist das räumliche Fassungsvermögen durch Neubauten abermals vergrößert worden, so daß etwa 80 000 qm heizbare Ausstellungsfläche zur Verfügung stehen.

Tagung des Deutschen Getreidekontors

Der vorbildliche Hamburger Schulfunk hat sich jüngst in einer Sendereihe mit unserm „täglicher Brot“, mit unserer Getreide Versorgung, beschäftigt.

Hoechst im Export

Über ihre Arbeit seit dem Jahre 1946 berichten jetzt die Farbwerke Hoechst, vormals Meister Lucius & Brüning, Frankfurt-Hoechst in einem umfassenden Überblick.

Ausfuhr-Steuer?

Der Rohstoff ist in den letzten zwölf Jahren ein sehr robuster Kerl geworden. Heutzutage bestimmen die Rohstoffe die internationale Preisentwicklung, nicht die industriellen Fertigwaren.

Hotel-Messe

Vom 8 bis zum 13. März wird das Ausstellungsgelände „Planten un Blomen“ in Hamburg das Ziel vieler Hoteliers, Gastwirte und Konditoren: aus ganz Westdeutschland sein.

Beispiel Demag

Mit Publicity hat uns der-Maschinenbau bishernicht verwöhnt. Begrüßen wir daher, daß Generaldirektor Reuter von der DEMAG, Duisburg, die Hauptversammlung zum Anlaß nahm, die Lage des Maschinenbaus zu skizzieren.

Neuerscheinungen für die Wirtschaft

In der Reihe der „Kurzdarstellungen aus dem Steuer- und Wirtschaftsrecht“ brachte der Hermann-Luchterhand-Verlag, Berlin-Frohnau, Welfenalle 3–5, von Dr.

Folgenschwerer Höhenflug

Vor drei Jahren kam Gide mit einer Herzerkrankung aus Syrien zurück. Sein Flugzeug hatte streckenweise, ohne daß für die Atmung der Passagiere vorgesorgt war, sich in Höhen halten müssen, denen das Herz des damals nahezu Neunundsiebzigjährigen nicht mehr gewachsen war.

Gides letzte Wochen, Tod und Begräbnis

Bei der Nachricht vom Tode André Gides hat die „Zeit“ ihren Lesern versprochen, des Näheren das Bild dieser Persönlichkeit aufzuzeigen, das Bild eines Geistes, der auch in seiner Problematik europäisches Format besaß und dessen Wirkung fortdauern wird.

Auf dem Totenbett

Der Tote lag auf dem Feldbett, darin er gestorben, vor dem Kamin eines kleinen Zimmers, das durch eine breite Öffnung mit einem großen Raum verbunden ist, den man für die Besucher frei gemacht hatte.

Herr B. verdient 2000 Mark

Als ich Herrn B. in Hamburg auf dem Jungfernstieg traf, fiel mir auf, wie sorgfältig er immer noch gekleidet war. Ich hatte ihn vor zwölf Jahren zum letztenmal gesehen.

Im Stande der Vorbereitung

Die Formel „diplomatische Karriere“ wird nicht mehr gebraucht, sie ist durch „auswärtigen Dienst“ ersetzt. Auch den Attaché gibt es nicht mehr.

Ausschnitt-Stop

In der schlechten alten Zeit wurden zum Anregen des Appetits Gabelbissen, schwedische „sild“, gereicht. Was mit dem Gast geschehen sollte, wenn er auf die Appetitsild keinen Appetit hatte – dafür wußten die Wirtsleute damals keinen Rat.

Weltgeschehen im eigenen Heim

Gefährlicher als die Atombombe sei die Entwicklung des Fernsehens für die Menschheit – so und ähnlich äußerten sich Publizisten und Dichter aus Amerika und England, aus Ländern mit Fernsehpraxis also.

Pantoffel-Saga

Sie sind längst vom hohen Kothurn herabgestiegen. Einst erhöhte Antigone, auf Ur-Pantoffeln schreitend, sich selbst, ihren Edelmut und den Ausdruck ihres Schmerzes.

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