Von dem forschen und kritischen Ton der ersten Stellungnahme des Advokaten Robert P. Patterson, Ex-Kriegsminister und Ex-Bundesrichter der USA, in Sachen Entflechtungspolitik seiner Regierung ist nicht viel übriggeblieben, wenn man die zwar schmeichelhaften und diplomatisch gewandten, aber juristisch nicht sehr griffigen Sätze im Abschiedsbrief an seinen Auftraggeber, den Staatssekretär a. D. Schmid von der Schutz Vereinigung für Wertpapierbesitz, nüchtern liest. Diese Entwicklung ist recht bedauerlich und läßt die Frage aufwerfen, ob sich der kostspielige Einsatz dieser teuren und weltbekannten USA-Anwaltsfirma rechtfertigt. Staatssekretär Schmid ist allerdings sehr optimistisch und hält den persönlichen Eindruck seines Anwaltes, demzufolge McCloy loyal sein wolle – also die Kontrollen in der Stahl- und Kohlenindustrie schnellstens zu beseitigen und normale Beziehungen zwischen den Gesellschaften und ihren Aktionären wiederherzustellen beabsichtige – für wichtiger als den Verzicht auf den bisher größten Vorteil der deutschen Montanindustrie, den industriell-harmonisch gewachsenen Verbund. „Die Begrenzung der Koksversorgung der Hüttenwerke aus eigenem. Zechenbesitz auf 75 v. H. ist zwar eine unerfreuliche Formel und ein Kompromiß, es ist aber besser, dies zu akzeptieren, als eine Einigung über die Neuordnung erneut zu verzögern“, ist die Auffassung der Schutzvereinigung. Es muß zugegeben werden, daß für die Aktionäre das Ende der Treuhänderwirtschaft in Eisen und Kohle ein erheblicher Vorteil ist; ob dies aber den volkswirtschaftlichen Verzicht auf eklatante Rentabilitätsbestandteile und den echten Vorsprung unserer Schwerindustrie aufwiegt, bleibt dahingestellt. Wir haben den Eindruck, daß die Aktion Patterson doch sehr zweischneidig werden kann, zumal der Wirt, mit dem Deutschland diese Rechnung machen muß, nicht nur McCloy und eine Anwaltsmeinung, sondern der Petersberg mit sehr unterschiedlichen Willensäußerungen ist. Wir hoffen im Interesse der Sache, daß unsere Skepsis durch die Entwicklung widerlegt wird. Aber das ist eben nur eine Hoffnung, R.