Der vorbildliche Hamburger Schulfunk hat sich jüngst in einer Sendereihe mit unserm „täglicher Brot“, mit unserer Getreide Versorgung, beschäftigt. Man gab in verschiedenen Gesprächen eine Darstellung der Vielfältigkeit und des steten Wandels der Situation: aus Gebieten des Zuschußbedarfs werden, von . einem Jahr zum anderen, Ausfuhrländer – oder langgewohnte Lieferländer scheiden aus, weil eigene Mißernten oder Versorgungsschwierigkeiten in einem Nachbarlande auftreten. Immer wieder neue Schwierigkeiten zu überwinden, immer wieder einen neuen Ausweg aus der Klemme zu finden – das ist die spezifische Leistung, durch die der freie Handel aller behördlichen Vorsorge überlegen ist. Wird jedoch an, einer Stelle in dieses freie Spiel der Kräfte schematisch „ordnend“ eingegriffen, ergeben sich folgenreiche Schwierigkeiten, die durch Beschränkungen des Devisen Verkehrs noch mehr verstärkt werden.

Das Bild, das der Schulfunk gab, ist durch den Rechenschaftsbericht, den das Deutsche Getreidekontor dieser Tage erstattet hat, nur bestätigt worden. Das Steigen der Preise in den wichtigen Abgabeländern, Devisennöte, Mangel an Frachtraum, Änderungen in den großen internationalen Maßnahmen zum Wiederaufbau Europas und zugleich die Ungewißheit – der innerdeutschen Getreidewirtschaft, vor allem die Frage, ob Subventionen oder nicht, geben eine Augenblickssituation mit sorgenerregenden Aspekten. Der Getreideeinfuhrhandel glaubt, daß die meisten Schwierigkeiten überwunden werden können, wenn man ihn nur frei genug wirken ließe. Die zahlreich aus dem ganzen Bundesgebiet und Berlin erschienenen Mitglieder hoffen, daß in der vorgeschlagenen Berufung des Vorstandsmitgliedes Berodt vom Getreidekontor in die „Einfuhr- und Vorratsstelle“, wo er an die Stelle des in die Leitung einer großen Rheinschiffahrts-Gesellschaft berufenen Dr. Dix tritt, dem Fachhandel die erforderliche Einwirkungsmöglichkeit gegeben wird; sie bedauern aber, daß sie in dem Verwaltungsrat dieser Stelle mit nur einem Vertreter von 25 mitwirken sollen. „Der Vorstand konnte berichten, daß die von ihm gegenwärtig übernommenen Arbeiten die Behörden erheblich entlastet hätten.

Schilling