Mit der Berliner Ausfuhr nach den USA beschäftigte sich kürzlich ein interessanter Diskussionsabend, den die BAO (Berliner Absatz-Organisation) gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer und der Gesellschaft zur Förderung des deutsch-amerikanischen Handels in unserer verhinderten Hauptstadt abhielt. Das Ergebnis dieser Beratungen war die Feststellung, daß die Berliner Ausfuhr nach den USA noch sehr steigerungsfähig sei Nach den vorliegenden Zahlen war Berlins Wirtschaft an der deutschen Ausfuhr nach den Staaten im Oktober und November 1950 kaum mit je 0,3 Mill. $ beteiligt, das sind 1,7 v. H. Besonders ungünstig war der auf Berlin entfallende Exportanteil für den Maschinenbau sowie für Feinmechanik und Optik, wogegen die ausgeführten Erzeugnisse der Berliner Elektroindustrie in den genannten Monaten immerhin 30,4 v. H. der gesamten westdeutschen Elektroausfuhr betrugen. Verhältnismäßig günstig liegen Druck- und Papiererzeugnisse.

Besonders überraschend aber war. die Feststelung, daß Westberliner Schrott die Hauptposition der Berliner USA-Ausfuhr ausmacht! Von den Ausfuhrgütern Westberlins, die im Oktober und November für je 0,3 Mill. $ nach den Staaten verschifft wurden, hatte der Schrott im Oktober einen Anteil von 60 und im November einen Anteil von 42 v. H. Mit diesen Ziffern hat Westberlin im Oktober 25 v. H. und im November 36 v. H. der gesamten Schrott – ausfuhr des westdeutschen Bundesgebietes bewältigt. Das ist wahrlich’ ein erschreckendes Ergebnis, das man als Export-„Erfolg“ kaum bezeichnen kann. ww.