Eine westdeutsche Illustrierte hatte kürzlich in einer Bildreportage über den Düsseldorfer Fernsprech-Beobachtungsdienst behauptet, daß dieser auf Wunsch von Behörden in Anschlüsse gewisser Personen eingeschaltet werde. Ein Sprecher der britischen Hohen Kommission dementierte daraufhin entschieden, daß von den Alliierten überhaupt derartige Überwachungen vorgenommen würden. Ein Regierungssprecher in Bonn erklärte, daß der Fernsprech-Beobachtungsdienst lediglich zur Kontrolle der Fernsprechbeamten diene. Das Bundespostministerium meinte, es werde zwar eine Briefzensur von den Alliierten ausgeübt, aber über eine Fernsprechzensur könne es sich nicht äußern. Und Bundespostminister Schuberth endlich verkündete in einem Interview, daß lediglich die Beamtinnen der Post kontrolliert würden; er konnte allerdings keine Auskunft darüber geben, warum bei der Fernsprech-Beobachtung Maschinen angeschlossen seien, die jedes Ferngespräch auf Schallplatten festhalten können. – Schon zur Nazizeit wußten wir, daß es ratsam sei, am Telefon vorsichtig zu sein; Es scheint. als hätte sich in der Beziehung nicht allzuviel geändert. C. J.