DIE ZEIT

Auf der Alm, da gibt’s kein Krieg

Wenn ein Krieg kommt, ist man im Gebirge sicherer als in den Städten. Daran dachte auch ein Gastwirt im Walsertal, setzte sich hin und malte zum eigenen Nutzen den nächsten Krieg an die Wand.

Das Urteil von Brüssel

Soweit also ist es gekommen, daß die meisten Kommentare zum Urteil im Brüsseler Prozeß gegen Falkenhausen und die drei anderen deutschen Generale ganz gerührt die Tatsache hervorheben, das Gericht habe in fairer Weise die Plädoyers der Verteidigung berücksichtigt und objektiv verfahren.

Das Ende der Liberalisierung

Die schönen Tage des unbekümmerten Warenkaufs sind nun vorüber. Die Devisenmisere zwingt uns zur Besinnung auf die Pflichten eines ordentlichen Hausvaters, der seine Ausgaben nach seinen Einnahmen richtet.

Warum Ramcke zurückging

Als wir in seinem Versteck inmitten der Lüneburger Heide beisammen saßen, wollte es der Zufall, daß dies ein wichtiger Termin für Ramcke war.

Brauchen wir einen Außenminister?

Brauchen wir eigentlich heute schon einen selbständigen deutschen Außenminister? Auch das revidierte Besatzungsstatut schränkt unsere Handlungsfreiheit auf dem Gebiet der auswärtigen Politik immer noch empfindlich ein.

Freund hört mit

Eine westdeutsche Illustrierte hatte kürzlich in einer Bildreportage über den Düsseldorfer Fernsprech-Beobachtungsdienst behauptet, daß dieser auf Wunsch von Behörden in Anschlüsse gewisser Personen eingeschaltet werde.

DIE WOCHE

In Paris wurde die Vorkonferenz der vier Außenminister-Stellvertreter fortgesetzt. Dei sowjetische Delegierte Gromyko unterbreitete einen neuen Entwurf für die Tagesordnung, Im den als einer der Punkte die Wiedervereinigung Deutschlands aufgenommen ist.

Der Staatsbeamte X

In Westberlin starb herzkrank und ohne Pension der „Altpensionär“ X., ehemaliger Staatsbeamter in der alten Reichshauptstadt.

Der Letzte von Potsdam

Am Vorabend der vielleicht letzten Außenministerkonferenz, auf der ohne uns über unser Schicksal entschieden werden soll, hat der letzte Außenminister der Großen Vier aus den Tagen von Potsdam demissioniert.

Strapaziöse Mordaffäre

Kassel, Mitte März j ehr als in anderen Ländern hat in England Lvl die Gattung des Kriminalromans durchaus eine besondere Stellung.

Rummel um Rommel

Während der Dreharbeiten an dem Rommel-Film „Der Wüstenfuchs“ in Frankreich trat kürzlich eine Anzahl französischer Techniker in Streik, mit der Begründung, daß sie an einem solchen Film nicht mitwirken wollten.

Sünden um die "Sünderin"

Es ist ein Jammer, daß die Frage, ob wir eine Filmzensur brauchen oder nicht, gerade durch die "Sünderin" aufgeworfen wurde, durch jenen Film, der dem Regisseur Willi Forst, solange er lebt, zur Blamage gereichen wird.

Wofür in Korea gekämpft wird

Die Amerikaner können uns Europäer manchmalzur Verzweiflung bringen, weil für sie Politik so oft eine Angelegenheit von Emotionen ist.

Operation Sackgasse

Die Illusion, die Chinesen könnten durch riesige Verluste, infolge der überlegenen Feuerkraft der UNO-Streitkräfte zum Verhandeln gezwungen werden, ist schnell zerstoben.

Ironischer Mythos

Die Tragödie „Orpheus“ von Jean Cocteau war Rilkes letzte Übersetzungsarbeit; er konnte sie nicht mehr zu Ende führen. Ferdinand Hardekopf, dessen Übersetzung jetzt die Städtischen Bühnen Freiburg aufführten, blieb der sensiblen Sprache Cocteaus zwar etliches schuldig.

Autoren und Produzenten

Die Gründung eines „Deutschen Filmrates“ und eines „Instituts für Filmpsychologie wurde während der viertägigen Tagung „Schriftsteller und Film“ in München beschlossen.

Notizen

Das völkerkundliche Museum der Stadt Genf veranstaltet anläßlich seines 50jährigen Bestehens vom 10. März bis 15. Oktober eine Ausstellung von Silberarbeiten der spanischen Kolonialzeit in Südamerika.

Ein doppeltes Original?

Weit mehr als die täglichen Angriffe der „Prawda“ auf die Wallstreet-Kriegstreiber hat die amerikanische Öffentlichkeit ein Artikel in der letzten Ausgabe der sowjetischen Kunstzeitschrift erregt, worin behauptet wird, daß Raffaels „Madonna aus dem Hause Alba“ immer noch in der Ermitage in Leningrad hängt.

Adieu, Monsieur Descartes...

Wann immer man irgendwelchen internationalen Kulturbegegnungen beiwohnt, Kongressen, wo ernsthaft über die Definitionen unserer politischen Tagesbegriffe diskutiert wird und streitbare Debatten geführt werden über den „Sinn des zwanzigsten Jahrhunderts“, die „Freiheit des Abendlandes“ oder (mit belustigender Bündigkeit) Über „Humanismus“ schlechthin, bemerkt man unter den Franzosen einen kleinen, weißhaarigen Herrn mit spöttischen Augen und einer nicht unliebenswürdigen Miene ironischer Arroganz.

Drachen

Lu Hsün, 1936 gestorben, ist der Begründer der modernen chinesischen Literatur. Als er 1930 nach China zum erstenmal Holzschnitte und Lithos der Käthe Kollwitz brachte, regte er damit eine Renaissance der chinesischen Holzschneidekunst an.

Gebrandmarkt

Ein deutscher Verleger hat unfreundliche Briefe aus dem Ausland bekommen. Genauer gesagt: auf dem Schreibtisch des Hamburger Verlegers Claassen lagen vor kurzem Mitteilungen und Karten aus der Schweiz und Frankreich, aus deren Inhalt hervorging, daß literarische Zeitschriften dieser beiden Länder, denen der Verlag Claassen Besprechungsexemplare geschickt hatte, keinen Wert darauf legten, diese Bücher zu besprechen.

Ein Leben für das Drama

Am 16. Februar verschied in Paris einer der wichtigsten Dramatiker Frankreichs, einer von denen, die dem französischen Theater zwischen den beiden Weltkriegen Gestalt und Inhalt gaben und nicht nur das Pariser Theater- – leben, sondern das der gesamten Welt wesentlich beeinflußten: Henri-René Lenormand.

Die störrischen Leser

Die städtischen Büchereien und Leihbibliotheken der Sowjetzone werden immer öfter von FDJ-Funktionären und linientreuen Kommunisten durchgekämmt, damit alle Bücher, die auf irgendeine Weise dem Regime mißfallen, in die Papierfabriken wandern können.

Immer noch Angst vor der Entscheidung

Das Kind wird wieder einmal mit dem Bade ausgeschüttet. Die „New York Times“ schimpft, der „Economist“ ist ungehalten, Hollands Zeitungen sind teilweise direkt böse, und bis auf „Le Monde“ zeigt man in Frankreich wenig Verständnis für die Haltung der Bundesrepublik.

Beide verlieren

Die jetzt vorbereitete Steuernovelle wird auch einen leidigen Streit zwischen. Lebensversicherungen und Sparkassen beseitigen.

Freiburger Urteil: Seide ist Oberbegriff

Die Ablehnung einer beantragten „einstweilig gen Verfügung“, worüber meist im Schnellverfahren entschieden wird, braucht nicht die Abweisung der damit verbundenen Klage zur Folge zu haben.

Die größten Posten im Berliner USA Export

Mit der Berliner Ausfuhr nach den USA beschäftigte sich kürzlich ein interessanter Diskussionsabend, den die BAO (Berliner Absatz-Organisation) gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer und der Gesellschaft zur Förderung des deutsch-amerikanischen Handels in unserer verhinderten Hauptstadt abhielt.

Messe der Gastlichkeit

Das war eine der reizenden Werkeideen, die man auf der 25. Hamburger Hotel-Messe antraf: die Besucher des Standes einer Krebskonservenfabrik erhielten ein numeriertes Krebszeichen, Besucherinnen dagegen ein Langustenzeichen: der Krebs mußte nun die Languste suchen! Und wenn sich dann im Menschengewühl dieser Hamburger Hotel-, Gastwirts- und Konditoren-Messe beide trafen, gab es ein Präsent in Form einer Dose Langustenschwänze.

Opel-Optimismus

In einer Zeit empfindlicher Rohstoffverknappungen und unberechenbarer Preissprünge mit Verbesserungen seiner Produktion und zugleich erheblichen Preisherabsetzungen herauszukommen, ist ohne Zweifel ein Zeichen von gesundem Optimismus, das bisher in der Automobilindustrie nur in Wolfsburg ein Beispiel hat.

Kohlenreserve freilegen!

Endlich kann der deutsche Kohlenbergbau wieder einmal von Rekordziffern in der Förderung berichten. Es scheint also eine gewisse Beruhigung in dem wirtschaftlich wie politisch so empfindsamen Komplex Kohle eingetreten zu sein, jedenfalls soweit die innerdeutsche Versorgung nach dem Einpendeln auf einen geringeren Stand in Frage kommt.

Käufer für Staatsbetriebe gesucht

Ihren Wahlsieg hatte die demokratische Partei der Türkei unter der Devise „Liberalisierung der Wirtschaft“ erfochten. Der Außenhandel sollte also freier gestaltet werden; Hauptansatzpunkt aber war der Kampf gegen die Staatsindustrie, gegen die etatistische Industriepolitik.

Frankfurt mit leichtem Schatten

Mit über 3600 Ausstellern in 32 Branchen auf 60 000 qm gedeckter und ebensoviel Freigelände-Fläche ist die diesjährige Frühjahrsmesse in Frankfurt vom 11.

Schneller nach Skandinavien

In diesem Jahr rechnen deutsche und skandinavische Stellen mit einem erheblichen Aufschwung des Touristenverkehrs von und nach dem Norden.

Allahs Stimme unter der Trikolore

In Europa gibt es kaum eine Straße, in der solcher Höllenlärm herrscht wie in der Via Maqueda in Palermo. Jeder ist hier bemüht, alle anderen im Lärmmachen zu übertreffen: Autochauffeure lassen unausgesetzt ihre Hupen ertönen, Kutscher knallen und schreien, als ob sie dafür bezahlt würden, unaufhörlich schrillen die Klingeln der Radfahrer und tuten die Omnibusse und Lastwagen, die sich mühsam aber geschickt durch die enge Straße winden, dabei bemüht, die Passanten nicht von den Straßenkanten mitzuschleifen.

Es brodelt in Nordafrika

Die Wirren in Marokko, die kürzlich zu der Entlassung des scherifischen Kabinetts führten, haben ein starkes Echo überall in der Welt gefunden, vor allem unter den arabischen Völkern.

Dreimal: Gefährdete Kinder

Anfang April 1945: Über die Straßen Europas ziehen Flüchtlinge – Frauen, Greise und Kinder. Zwei Jungen marschieren über verstaubte Wege irgendwo in Ungarn: die Eltern des einen sind von Bomben getötet, der andere verlor Vater und Mutter, als feindliche Truppen sein Dorf überrollten.

Verlierer durch Bestechung

Ein großer Sportskandal, den die New Yorker Staatsanwaltschaft zur Zeit aufzuklären sucht, hat die amerikanische Öffentlichkeit aufs tiefste erschüttert, weil die Hauptfiguren, eine Anzahl der besten Basketballspieler, fast durchweg Studenten sind.

DIE LITERARISCHE ZEIT

Der Mensch trägt sein Schicksal in sich; er entflieht ihm nicht.“ Die Handlung von Fritz Heikes groß gedachtem Roman „Der Sumpf – reiher“ (bei Franz Schneekluth in Celle, 515 S.

Helena und die Glamour Girls

„Es tanzt die Göttin“ – ein Farbfilm, in dem Rita Hayworth, Glanzprinzessin, aus Hollywood und wirkliche Prinzessin nach ihrer Heirat mit Ali Khan, die Hauptrolle spielt, ist nun auch zu uns gelangt.

Untergang und Übergang

Atlantis mag (wenn es je existiert hat) untergegangen sein. Auch für Pompeji und Herculanum kam der Tag des Untergangs. Das Wort vom „Untergang des Abendlandes“ hingegen hat Spengler nicht katastrophisch gemeint.

Romane des Auslands

Frankfurt am Main, 262 S ) — Die Gründerin der Weltmutterbewegung gegen den Krieg schildert in dem schönen Buch, wohl aus eigenem Erleben, das Entweichen einer deportierten Französin aus dem Transport zu einem KZ.

Ein schwieriger Partner

Es gibt wohl keine Gestalt der neueren Kulturgeschichte, die eine solche Flut von Schriften pro und contra entfesselt hätte wie Richard Wagner.

Alarm in Teheran

Die tödlichen Schüsse, die der 26jährige Zimmermann Khalil Tahmassedi, ein Angehöriger der fanatischen Sekte der „Kreuzfahrer des Islam“ am 7.

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