Als im Dezember 1950 die USA den Handelsverkehr mit Rotchina offiziell einstellten, wurde auch Japan veranlaßt, seine Liste für Ausfuhrbeschränkungen nach China zunächst für einen Monat auf praktisch alle Waren auszudehnen. China antwortete mit einem Import- und Exportverbot nach den USA und Japan. Der direkte Warenaustausch kam zum Erliegen. Und da auch Hongkong und Macao in das USA-Embargo einbezogen sind, können heute nur spärliche Mengen von Waren auf Umwegen zwischen China und Japan gehandelt werden. Von jeher aber war China der wichtigste Lieferant Japans. Selbst nach der „Machtübernahme“ durch Mao Tse Tung erfuhren die Handelsbeziehungen keinerlei Beeinträchtigungen: Japan ist vom Import an Kohlen, Sojabohnen und anderen Rohstoffen aus Nordchina und der Mandschurei abhängig, während China seinen Bedarf an industriellen Waren und Konsumgütern von Japan Und beiderseits war dieser Verkehr weitaus vorteilhaften als der Bezug aus anderen Ländern, Während das japanische Embargo auf China kaum Einfluß ausüben dürfte (und auch die politischen und psychologischen Wirkungen umstritten sind), sieht sich Japan mit einem Schlag von seinen wichtigsten Rohstoffquellen abgeschnitten. Die japanische Regierung möchte, daß die verantwortliche Instanz, das US-Hauptquartier, – den Ausfall an Kokskohle und Soja durch amerikarasche Einfuhren ausgleicht.

Mit amerikanischen Lieferungen allen sind aber die Dinge noch nicht im alten Gleis. Während der Bezug chinesischer Rohstoffe durch Warenlieferungen ausgeglichen wurde – und zwar auf einer niedrigen Preisebene, ist die amerikanische Kohle unter Zurechnung des langen Transportweges etwa viermal so teuer. Dazu kommt, daß Japan diese Einfuhren, statt in Waren nun in Dollar abdecken muß, ohne ausreichend Dollar zu haben. Verstärkte amerikanische Hilfeleistungen? Wollen die USA dieser Belastung entgehen, so müssen den japanischen Chinawaren neue Markte geöffnet werden. Tokio hat daher folgende Gesuche an die USA gerichtet: 1. Einräumung der Meistbegünstigung für japanische Waren seitens der westlichen Staaten; 2. Erleichterungen in der Bedingung der Dollarzahlung für lebenswichtige Einfuhren Japans; 3. Ausbau der Japanischen Schiffahrt,

Seit Korea verzeichnet Japan allerdings eine stetige Aufwärtsbewegung seiner Exporte. Erst malig konnte Tokio von Exportüberschüssen berichten, während vordem das monatliche Außenhandelsdefizit bei 28 Mill. $ lag. Doch bei einer Verminderung der Importe um 30 v. H. und bei praktisch gleichbleibender Geldmenge ging die Ausfuhr auf Kosten der Binnen Wirtschaft

Um diesem „Ausverkauf“ Japans Einhalt zu gebieten, ist eine „neue Handelspolitik“ gefordert worden. Besonders die Ausgabe langfristiger Industriekredite für die Erweiterung industrieller Anlagen, für die Sicherung des Importbedarfs und für die Finanzierung des Außenhandels soll durch die Errichtung der Export-Bank zu Anfang dieses Jahres wahrgenommen werden. An die Seite der Exportförderung sollen nun Maßnahmen und Institute der Importförderung treten. Mit dem China-Embargo hat die Gefahr der Produktionsverminderung aus Rohstoffmangel bedrohliche Ausmaße angenommen und zur Verminderung der Exporte geführt. Zu den starken Einschränkungen des heimischen Bedarfs bei erweitertem Einkommen treten die bekannten Preissteigerungen in Rohstoffen, so daß die inflatorischen Tendenzen sich erheblich verstärkt haben und nun die kaum stabilisierten Verhältnisse erneut bedrohen. Und was bedeutet ein geringer Exportüberschuß bei steigenden Rohstoffpreisen schon? Auszehrung der Substanz! og