So also lautete die hoffentlich einmalige Antwort des Ministerpräsidenten eines deutschen Ländles auf die Sorgen eines Wissenschaftlern „Ei, habbe Sie sich doch net so, mer habbe in der Verwaltung aach große Schwierischkeite. Schlimmstefalls mache mer halt die Hochschul zwei oder drei Jahr zu.“ Das war, seitdem oft zitiert, 1949. Heute ist die Situation ein klein wenig Übersichtlieber, § 10 Ziffer 3 EStG und 11 Abs. 2 KStG sind (noch) so gefaßt, daß für Grundlagenwie Zweckforschung ausgegebene Mittel steuerlich „freundlich“ behandelt werden. Die Länder geben zudem 20 Mill. DM für Forschung und Lehre aus, regional natürlich gebunden, wenig, aber immerhin ... Der Lehrbetrieb kann gerade aufrechterhalten werden. Die Forschung aber? Der Bund hilft auch. ERP-Mittel stehen in Grenzen zur Verfügung. Doch es reicht einfach nicht.

Da will beispielsweise Hamburg eine Angola-Expedition starten. Die Wissenschaftlichkeit dieser Unternehmung ist geprüft. Auf 70 000 DM beläuft sich der Voranschlag, Tropfenweise kommt Geld – erfreulich, Aber muß solch eine Expedition von Monat zu Monat verschoben werden, weil noch 45 000 DM fehlen?

Wir hören gern das Wort, daß wir das Volk der Dichter und Denker seien. Doch was tun wir dazu, daß dieser „Steckbrief“ zu Recht besteht, heute und morgen? Gerade ein armes Volk sollte, nach Verlust von Patenten, Warenzeichen und wissenschaftlichen Könnern, Wert darauf legen, sich die Zukunft dadurch zu sichern, daß man der Forschung gibt, was ihr zum Wohle aller gehört, Denn: was in 20 Jahren produziert wird, ist nur zu rund 40 v. H. das gleiche, was man heute erzeugt. Wer, wenn nicht der Forscher, könnte helfen, daß ein Volk geistig wie technisch in Konkurrenz mit anderen Völkern auf der Höhe bleibt?

Der Stifterverband für die deutsche Wissenschaft, Essen, ruft daher alle, die es angeht, auf, für Forschung und Lehre mehr zu tun, als es bisher der Fall war. Fast 2 Millionen DM konnte dieser Verband schon sammeln; gewiß ein Anfang. Wir wären dafür, diese Summe könnte mit 100 multipliziert werden. Weinstein