Von Jacques Prévert

Ein junges Dromedar war eines Tages überhaupt nicht Zufrieden.

Am Vorabend hatte es zu seinen Freunden gesagt: „Morgen gehe ich mit meinem Vater und meiner Mutter aus. Wir gehen in einen Vortrag. Da könnt ihr mal sehen wie ich bin!“

Und die anderen hatten gesagt: „Oh, oh, es wird einen Vortrag hören; das ist wunderbar“, und die ganze Nacht konnte das junge Dromedar nicht schlafen und war ungeduldig. Und jetzt war es sehr enttäuscht, weil der Vortrag durchaus nicht so war, wie ihn sich das junge Dromedar vorgestellt hatte: überhaupt keine Musik, und es war enttäuscht. Es langweilte sich entsetzlich. Am liebsten hätte es geweint.

Seit eindreiviertel Stunden redete ein dicker Herr. Vor dem dicken Herrn stand eine Wasserkaraffe, ein Zahnputzglas, aber ohne Zahnbürste. Von Zeit zu Zeit schüttete der Herr Wasser in das Glas. Aber die Zähne putzte er sich niemals, sondern er sprach über andere Sachen, das heißt: über Dromedare und Kamele.

Das junge Dromedar litt unter der Hitze und sein Höcker störte es; es rieb ihn gegen die Löhne seines Sessels. Es saß sehr unbequem und rutschte hin und her..

Seine Mutter ermahnte es: „Halt dich ruhig, laß den Herrn sprechen“, und kniff es in den Höcker. Das junge Dromedar hatte immer größere Lust zum Weinen und Fortgehen...