| uvivier Filme ("carnei du bai", "Tales öf zu uns kommt) sind stark im Nachweis, daß der Film alles andere als Übersetzung eines BühnenStoffes ins bewegte Bild ist. In den in Amerika entstandenen "Tales of Manhattan" setzte Duvivier sechs verschiedene menschliche Dramen nebeneinander und verband sie lediglich durch ein Kleidungsstück, einen Frack miteinander, der von einer Szenerie zur anderen den Besitzer wechselte, Auch sein letzter Film "Unter dem Himmel von Paris", dessen Welturaufführung jetzt in Berlin stattfand, knüpft lose Episoden aneinander. Der Film hat das in diesem Jahre zweitausendjährige Paris zutn Schidksalsgnind. Es beginnt wie eine Reportage. Die Kamera schwingt über die schlafende, lichterdurchglitzerte Stadt, sie senkt sich liebevoll und behutsam über stille Gassen, verwinkelte Dächer, hält in Fabrikräumen, in müden Markthallen, vor trüben Mülltonnen und armseligen Schlafkammern, au dämmernden SeineKais, bei frühen Anglern und streunenden. Katzen. Überdiese hinreißenden Gemälde spricht ein un= sichtbarer Erzähler einen lockeren, ironischen Kommentar von Paris, seinem Schmerz und Leid, Seinern Alltag und seinen Hoffnungen — bis das schrullige alte Fräulein in ihrer Dachkammer das melancholische Gespräch mit ihren Katzen selbst beginnt, das Gespräch vom Hunger und vom Alter und von den kleinen Hoffnungen auf Nahrung. Und dieses Gespräch wird dann über viele andere Gestalten —- als Selbstgespräch, als Auseinandersetzung als Kollektivsorge, als romantischer Mädchentrautn, als Examensangst, als