Der Führer der Sozialdemokraten, Dr. Schumacher, hielt in Hamburg eine große Rede. Fahneneinmarsch unter Trommelwirbel leitete sie ein. Transparente schauten auf das versammelte Volk und priesen das „Hamburger Echo“ als „Deine Zeitung“, Bavaria St. Pauli als „Dein Bier“ und den Schuman-Plan als „Dein Feind“. Dr. Schumacher rechnete mit der Regierungspolitik ab. Er schalt vor allem den „Nieder-Dreißiger Rabattliberalismus“ und die Paraphierung des Schuman-Planes. Er sprach von „frivolem Egoismus“, von Kurzsichtigkeit und Täuschung des deutschen Volkes und davon, daß die SPD die Bundesregierung in dieser oder jener Frage erst funktionsfähig gemacht habe. Behauptung reihte sich an Behauptung. Ein SPD-Journalist bemerkte schließlich, „daß er das nun aber auch begründen müsse“. Er tat es nicht. Und was steht am Ende solcher Methoden? In Nürnberg wurde von demonstrierenden Gewerkschaftlern ein Transparent mitgeführt, dessen Inschrift lautete: „Erhard an den Galgen!“ So weit also wären wir bereits wieder. D. B.