Gerhard Nebel: Weltangst und Götterzorn. Eine Deutung der griechischen Tragödie (Ernst Klett Verlag, Stuttgart, 303 S.). – Nebel, den auch seine italienischen Kriegsnotizen als vertrauten Kenner der antiken Kultur auswiesen, gibt eine von entdeckender Leidenschaft sprühende, gleichwohl umsichtig fundierte Interpretation der großen Tragiker und zeigt den Weg der griechischen Seele von der Gefährdung zur Gestaltung.

Karl Reinhardt: Aischylos als Regisseur und Theologe (A. Francke, Bern, 168 S., Fr. 9,60). – Theater als Kultform, der dunkle Tragiker als praktisches Genie der Szene – ein glänzendes Stück Wiedererkenntnis.

Sokrates. Herausgegeben und eingeleitet von Arthur Hübscher (Verlag August Lutzeyer, Frankfurt a. M./Bonn, 183 S., Leinen DM 6,80). – Stellt den biographischen Quellen (Xenophon) die platonische Sokrates-Gestalt gegenüber und fügt bezeichnende Urteile der Nachwelt an.

Thukydides: Geschichte des Peloponnesischen Krieges (Verlag Lambert Schneider, Heidelberg, 724 S., Leinen 12,50 DM.). – Vollständige Ausgabe der erstmals 1760 erschienenen Übersetzung von Johann David Heilmann. Alkibiades tritt als beherrschende Figur dieser von 401 bis 404 v. Chr. währenden Auseinandersetzung hervor – „der stärksten Bewegung, worin die Griechen und auch einige von den barbarischen Völkern je verwickelt gewesen sind“, so sagt der Zeitgenosse Thukydides.

Arrian: Alexanders Siegeszug durch Asien (Artemis Verlag, Zürich, 504 S., Leinen 15,80 DM). – Wilhelm Capelle hat das ungefähr 470 Jahre nach dem Tode Alexanders geschriebene Buch des römischen Feldherrn (unter Kaiser Hadrian) neu übersetzt und in einer Einleitung auf die Bedeutung Alexanders und die quellengeschichtlichen Grundlagen Arrians verwiesen.

Adolf Schulten: Tartessos. Ein Beitrag zur ältesten

Geschichte der Welt (Gram, de Gruyter u. Co., Hamburg, 182 S.). – Der Forschungsbericht erschien als zweite vervollständigte Auflage in einer Schriftenreihe der Universität Hamburg. Schulten, der seit dreißig Jahren das Quellenmaterial über die legendäre spanische Stadt Tarschisch-Tartessos zusammenträgt und wertet, weist nach, daß der schon um 1100 v. Chr. bestehende Handelsplatz auf der Insel zwischen beiden Mündungsarmen des Guadalquivir gelegen haben muß und eine Gründung der aus Kleinasien stammenden Tyrsener gewesen ist.