Noch vor Abschluß ihres jetzt (März 1951)endenden zweiten Geschäftsjahres konnte die Industriekreditbank AG, Düsseldorf, im Handelsregister die Erhöhung ihres Aktienkapitals um 6 auf 18 Mill. DM eintragen. So schwierig noch, vor gut zwei Jahren, die Aufbringung der ersten Kapitalausstattung gewesen war, so flüssig lief diesmal die Aktion ab. Es kam sogar zu nicht unerheblichen Überzeichnungen. Die Zahl der Aktionäre, die bei der letzten HV des Instituts mit 2760 angegeben worden war, dürfte heute etwa bei 3700 liegen.

Das gute Ergebnis ist zweifellos mit eine-Folge der recht einseitig gestalteten öffentlichen Investitionspolitik. Die zur Debatte stehenden „Neuen Pläne“ – von Erhard bis Abs und Agartz – sehen Investitionsziele eigentlich nur in den Grundstoffindustrien liegen. Die Negierung der auch in der verarbeitenden Industrie, in Handel und Handwerk vorhandenen echten Investitionsbedürfnisse sollte schleunigst überprüft werden. Wir möchten die Zeichnungsfreude (speziell auch der Mittel- und Kleinbetriebe) bei der Emission der Industriekreditbank durchaus so auffassen, als ob sich hier bereits eine praktische Abwehrbereitschaft der außerhalb der Grundstoffindustrien liegenden Wirtschaft gegen eine summarische Überschätzung anderer Teile – von zweifellos eminenter Wichtigkeit – abzuzeichnen beginnt. Daß unter den Aktionären (mit teilweise recht namhaften Beträgen) weit über 100 Banken und Bartkiers sind, zeigt die Verflechtung der Industriekreditbank und festigt ihren Charakter als (allein verbliebenes) überregionales privates Bankinstitut in Deutschland. –lt.