Von Willy Wenzke

Eines der ältesten Unternehmen ist die Hanomag. Sie entstand im Juni 1835, als Georg Egestorff vor den Toren Hannovers eine kleine Fabrik errichtete. Ihm hatte es die Dampf kraft angetan: 1846 entstand die erste Lokomotive. Ihr folgten dann bis zum Jahre 1931 noch 11 000 Stück. 1870 wurde aus der bescheidenen Fabrik die Hannoversche Maschinenbau-AG. vorm. Georg Egestorff, die sich nun dem Verbrennungsmotor zuwandte und 1912 den ersten Hanomag-Motorpflug produzierte. Dieser Konstruktion schloß sich eine gelungene Serie von Raupen- und Radschleppern an, die im In- und Ausland der Motorisierung der Landwirtschaft hervorragende Dienste leistete. 1931, als Hanomag den Lokomotivbau – einstellte, erschien im Bauprogramm des Unternehmens zum erstenmal der Dieselmotor.

Aber schon 1924 hatte man eine besondere Überraschung: Hanomag startete den deutschen Kleinwagen! Als „Kommißbrot“ wurde dieser kleine Wagen weltberühmt.

Nach dem mühevollen Wiederaufbau der schwer zerschlagenen Werksanlagen vollbrachte das Unternehmen mit seinem umfangreichen Schlepper-Bauprogramm (Allzweckschlepper, Radschlepper und Kettenschlepper) eine hervorragende Leistung. Vor allem ist der Kettenschlepper K 55 ein guter Devisenbringer: er läuft heute bereits in mehr als fünfzig Ländern. Besondere Anerkennung verdient, daß die Hanomag-Produkte eine Eigenfertigung darstellen, also im eigenen Betrieb entwickelt und hergestellt werden. 1950 kam das Werk mit einer neuen Pionierleistung heraus. Der 1,5-t-Diesel-Schnellastwagen hat sich sehr bald in Deutschland und auch im Ausland durchgesetzt. Und in diesem Jahr bringt dieses rührige Werk, heute rund 5000 Arbeitnehmer beschäftigend, eine weitere Überraschung: Anläßlich der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt erscheint Hanomag mit einem modernen Kleinwagen auf dem Markt. Man weiß noch nicht viel von ihm; auf jeden Fall aber hat er vier Räder und wird sicher drinnen und draußen manche Kleinwagensehnsucht erfüllen, zumal, Hanomag von jeher für Qualitätserzeugnisse bekannt ist.

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Mit zu den wichtigsten Betrieben Hannovers und seiner Umgebung zählt die Kali-Chemie A.G. Heute hat sie allerdings noch ihren Sitz vor den Toren der Stadt in Sehnde, wohin 1944 die Hauptverwaltung aus Berlin verlegt wurde. Aber schon in diesem Sommer wird das Unternehmen in Hannover beheimatet sein: Es entsteht augenblicklich am Misburger Damm das neue Verwaltungsgebäude, das einer, der repräsentativsten Neubauten der Leinestadt sein wird. Hier soll die gesamte Hauptverwaltung unterkommen und in einem besonderen Block auch das Zentrallaboratorium für das große Unternehmen Platz finden.

Die Geschichte dieser Gesellschaft ist eng mit der Entwicklungsgeschichte der Kali-Industrie verbunden. Die ersten zwei Firmen jahrzehnte dienten ausschließlich der Herstellung von Kalisalzen. Die Gesellschaft entstand damals aus der Kaliwerke Friedrichshall A.G., die 1899 gegründet worden war. Im Jahre 1921 erfolgte der Zusammenschluß mit den Gewerkschaften Salzbergwerk Neustaßfurt unter der neuen Firmierung „Kaliwerke Neustaßfurt-Friedrichshall A.G.“, womit auch die ersten chemischen Produktionen übernommen wurden. Zu einem weiteren Zusammenschluß kam es in den Jahren 1927 und 1928 mit der Übernahme der Rhenania-Kunheim Verein Chemischer Fabriken A.G. Nach dieser Fusion erhielt das Unternehmen den jetzt in Deutschland und auch im Ausland bekannten Namen „Kali-Chemie A.G.“, der auf die beiden wichtigsten Produktionszweige der Firma hinweist.