Herr Dr. jur. Dr. rer. pol. Ernst Moser, Hamburg, Chilehaus, ist gewollt oder ungewollt zum Parteigänger des Genossen Walter Ulbricht, Chefreisenden in Stalinismus, geworden. Ob er es weiß, oder so tut, als ob er es nicht wüßte, ist für die Sachlage unerheblich. Ernst Moser politisiert, was nach seiner Auffassung aber völlig unpolitisch ist. Was liegt an?

Der Interzonenhandel funktioniert nicht. Moser sagt, der Westen sei allein daran schuld. Wie er dies zu beweisen gedenkt, ohne Ursache und Wirkung zu verwechseln, ist schleierhaft. Moser gründet eine Gefo (Gesellschaft für Osthandel) – ganz unpolitisch natürlich. Aber als „Präsident“ dieses bunten Vereins (220 Namen und Firmen; Doppelzählungen also gar nicht ausgeschlossen) hält er „günstige“ Reden nach der Methode des „nichtig ist, was Moskau will“, spielt sich – auch wenn er dementiert – auf den Vertreter der westdeutschen Wirtschaft hinaus und verführt die Westmächte so zu der Anschauung, der Interzonenhandel diene nur der Infiltration östlicher Propaganda nach Westdeutschland. Vielleicht will Herr Moser gerade dies erreichen. So aber fördert man den Interzonenhandel eben nicht, mag man sich auch ganz unpolitisch tarnen wollen. –in.