DIE ZEIT

Haßgesang

Wir haben uns diejenigen gemerkt, die Beifall geklatscht haben“, rief ein Mann in der Pause eines Theaterstückes aus, das über die Bretter der Celler Schloßtheaterbühne ging.

Die Wirtschaftskrise läßt sich meistern

Gemessen an dem, was da alles über uns hätte hereinbrechen können, sind wir – vorläufig – noch einmal recht glimpflich davongekommen? Bedrohlich genug sah es ja aus, an allen Ecken und Enden.

Ein Parlament das keine Parteien kennt

Wir alle betrachten die Entwicklung unseres staatlichen Lebens mit Skepsis und Kritik. Das eigentliche Deutschland ist zerfallen und auch Westdeutschland kommt zu keiner politischen Gestaltung, weil der Föderalismus der Länder jede vernünftige und einheitliche Regelung, auch der brennendsten Fragen, verhindert.

Der-Krisenpunkt der Pariser Konferenz

Von Paul Bourdin Scheuen wir uns doch nicht auszusprechen, was jeder sorgfältige Beobachter – also auch Herr Gromyko – längst erkannt hat: es besteht eine ernst zu nehmende Gefahr, daß die Einigkeit der Westmächte auf der Pariser Vorkonferenz erschüttert werden könnte.

Unternehmen Ali Baba

An dem gleichen Tage, Ende März, an dem Israels Außenminister Mosche Scharett den Botschaftern der Vereinigten Staaten und Englands ein Aide Mémoire über „die ernste Lage der Juden im Irak“ überreichte, richtete Franklin D.

Douglas MacArthur

Zum zweiten Male haben die Streitkräfte der Vereinten Nationen den koreanischen Rubikon erreicht. Zum zweiten Male werden im Hauptquartier des amerikanischen Cäsars die Würfel fallen.

Ein Telegramm enthüllt...

Gerade vor zehn Jahren, am 6. April 1941, ergriff die Kriegsfurie Jugoslawien und liquidierte diesen Staat innerhalb weniger Tage.

DIE WOCHE

Der französische Staatspräsident Auriol stattete den USA einen Staatsbesuch ab. Er wurde begleitet von seiner Gattin, einem seiner Söhne und Außenminister Schuman.

Gangster und Bürgermeister

Kurz vor Abschluß seiner auf ein Jahr begrenzten Untersuchungen hat der Senatsausschuß zur Überprüfung des organisierten Verbrechertums in den USA noch eine ganze Sturmflut von Skandalen vor die Öffentlichkeit gebracht.

Frankreich beginnt aufzurüsten

Als der Krieg in Frankreich 1945 allmählich erlosch, glaubte man, wenn auch nicht an den „Ewigen Frieden“, so doch an eine lange Periode der Ruhe.

Das Risiko der Ehrlichkeit

Der englische Bühnenschriftsteller Ronald Duncan war in Deutschland bisher nur als Librettist von Benjamin Brittens Kammeroper „Der Raub der Lukretia“ bekannt.

Notizen

„Man solle nicht über Nacht das amerikanische Schulsystem nach Deutschland und Japan verpflanzen“, erklärte der Generalsekretär der Katholischen Erziehungsgesellschaften der Vereinigten Staaten, Monsignore Frederick G.

Es lächelt der See...

Während man in Saarow-Pieskow am märkisehenScharmützelsee eine enteignete Villa zum Quartier für eine Propagandakompanie junger Schriftsteller herrichtete, die in einem vierwöchigen „Seminar“ für die Sommerfestspiele der kommunistischen Weltjugend geschult werden sollen, trafen sich am Starnberger See fünfzig in der Bundesrepublik ansässige Autoren zu einem „Schriftstellergespräch“ mit vier Kulturfunktionären aus der Sowjetzone.

Schlechtes Wahlgesetz

In Niedersachsen hat der Landtag in diesen Tagen die Verfassung des Landes verabschiedet. Und schon setzt überall die Kampagne für die Neuwahlen am 6.

Johanna, immer aktuell

Aus der Fülle französischer Jeanne d AreDramen ist das Schauspiel „Johanna, mit von der französischen Kritik als eines der gelungensten gelobt worden.

In Düsternis gehüllt

Dem deutschen Film sollte mit einem Stoff nach Alfred Neumanns Novelle „Viele heißen Kain“ aufgeholfen werden. Es sollte ein gewichtiger, ein problemschwerer, kurz, ein – deutscher Film zuverlässiger Qualität werden.

Der Rundfunk tönt, aber schweigt

Der Hörer ist ein armer Teufel“, so schloß unlängst Friedrich Sieburg in der „Gegenwart“ einen Aufsatz, den er dem Rundfunk gewidmet hatte.

Moskaus neue Pläne

Die Städte Nürnberg, Passau und Bamberg stehen bei den Ostberliner Zeitungen zur Zeit hoch in Ehren. Weil in ihnen Versammlungen stattgefunden haben, in denen aus Gründen der Preispolitik oder ähnlicher Anlässe böse Worte gegen die Bundesregierung fielen, wurden sie für den kommunistischen Staat zur „Avantgarde gegen den amerikanischen Rüstungskapitalismus“.

Der Schöpfung nahe sein ...

Die rührige Kestner-Gesellschaft in Hannover zeigt jetzt in ihrem Haus, das längst zum wichtigsten Schaufenster der zeitgenössischen Kunst geworden ist, eine Serie neuer Aquarelle des achtzigjährigen Lyonel Feininger; dazu eine umfassende Ausstellung des sechsundvierzigjährigen Malers Fritz Winter.

Schuleinheit oder Einheitsschule?

Daß es so viele Osterbräuche wie deutsche Landschaften gibt, ist schön und ein Zeichen von lebendiger Kultur. Daß es demnächst in Deutschland noch mehr verschiedene Schulsysteme als Osterbräuche geben wird, ist unschön und läßt auf Erstarrung schließen.

Millionen für ein Alphabet

George Bernard Shaw war der Weltanschauung nach ein Sozialist, in der Praxis aber ein sehr erfolgreicher Kapitalist, bemerkten die „New York Times“ zum Testament des Dichters, das vor einigen Tagen veröffentlicht wurde.

Bilder, Möbel – und viel Geld

In diesem Frühjahr wirkt sich die wachsende Bedeutung Hamburgs auf dem Kunstmarkt durch zwei wichtige Versteigerungen aus, die den europäischen Handel angezogen haben.

Baumeister und Erzieher

Tessenows Bauten sind wie gewachsen und verbinden sich mit der Umgebung zu einer Einheit; sie sind einfach und still; aber wenn die Aufgabe es verlangt, auch kräftig, eigenständig, monumental.

Majestätsbeleidigungen

Die nachfolgenden kleinen Geschichten sind es wert, einmal wieder in Erinnerung gebracht zu werden. Seitdem ein neuer Herrschertyp, der vorgibt, volkstümlicher, einfacher und gerechter zu sein als Kaiser und Könige der Vergangenheit, den Anspruch auf Unfehlbarkeit erhebt und jeden leisen Zweifel an seiner Gottähnlichkeit mit den unmenschlichsten Strafen ahndet, hat besonders die jüngere Generation der Staatsbürger keine Vorstellung mehr davon, wieviel Kritik gerade die bedeutendsten der legitimen Herren vertragen konnten.

Kritik eines Liebenden

Du bist doch Mutters Beste, du, die Berlinerin“, hat Kurt Tucholsky gedichtet. Die Düsseldorferin ist fast so mondän wie ihre Pariser Schwestern.

Zölle am Verkäufermarkt

Drei Verträge zolltechnischen Inhalts, die noch vom Bundestag und -rat ratifiziert werden müssen, hat Generalkonsul Pfeiffer in Brüssel unterzeichnet.

Auf Selbsthilfe-Basis

Noch vor Abschluß ihres jetzt (März 1951)endenden zweiten Geschäftsjahres konnte die Industriekreditbank AG, Düsseldorf, im Handelsregister die Erhöhung ihres Aktienkapitals um 6 auf 18 Mill.

Am Ende der Rohstoff-Hausse?

Die klassische Theorie lautet, daß steigende Nachfrage über anziehende Preise zu höherer Produktion der betreffenden Ware führt, was wiederum die Preise zum Fallen bringt.

Photokina 1951

Messegelände stattfindende 1. Internationale Photo- und Kinoausstellung (Photokina) wird eine starke ausländische Beteiligung im Fachmessen- und im Ausstellungsteil aufweisen.

Es mosert

Herr Dr. jur. Dr. rer. pol. Ernst Moser, Hamburg, Chilehaus, ist gewollt oder ungewollt zum Parteigänger des Genossen Walter Ulbricht, Chefreisenden in Stalinismus, geworden.

Ohne Jacques Fath

Der Devisenfreibetrag für Ausfuhren gegen freie Dollar – das Pfund Sterling wäre in dieser Hinsicht jetzt nicht weniger interessant – sollte solch ein Exportanreiz sein.

„Albingia“ jubiliert

Mit alten Hamburger Namen – wie Ruperti, Mutzenbecher, Kirsten und Ohlendorf – als Initiatoren begann die heute größte Sachversicherungsgesellschaft Hamburgs, die Albingia A.

Unnütze Kosten als ständiger „Klotz am Bein“

Kohle ist der einzige Grundstoff, der uns ausreichend zur Verfügung steht. Die Eisenindustrie ist fast ausschließlich auf die Einfuhr von Erzen angewiesen und daher abhängig vom Ausland, von Spekulationen und von der Konjunktur.

Als nächste Etappe: Agrar-Union

Monsieur Canonge, der Präsident der CGA – Confederation Generale de l’ Agriculture dem wir den nachfolgenden Beitrag verdanken, hat sich darin, was die Prognostik der künftigen Gemeinschaftsarbeit in der westeuropäischen Landwirtschaft angeht, eine gewisse diplomatische Zurückhaltung“ auferlegt.

Hannovers Eigenständigkeit

Am der Vielfalt der gewerblichen Betätigungen in Hannover die für das Gesicht seiner Wirtschaft typischen herauszugreifen – und so und nicht in einem Nachweis einer „Autarkie“ ist die in der Überschrift gestellte Aufgabe zu meistern – fällt nicht leicht.

Eilenriede-Rennen

In der Eilenriede, dem großen Wald, der Hannover den Beinamen „Stadt im Grünen“ eingetragen hat, wird seit 1924 das Eilenriede-Rennen auf einer Rundstrecke von 5 km durchgeführt.

Sitz der Schallplattenindustrie

Joseph Berliner und sein berühmter Erfinderbruder Emil, beide gebürtige Hannoveraner, gründeten am 6. Dezember 1898 die Deutsche Grammophon-Gesellschaft in Hannover.

Vielfältige Wirtschaft

Im Jahre 1950 war Niedersachsen an derGesamtausfuhr des Bundesgebietes mit 592,3 Mill. DM oder 7,1 v. H. beteiligt. Die Steigerung gegenüber dem Vorjahr betrug über 150 v.

Internationaler Messeplatz

Als der „Eiserne Vorhang“ das sowjetisch besetzte Gebiet vom übrigen Deutschland immer hermetischer abzuschließen begann, wurde klar, daß Leipzig seine Funktion als zentraler internationaler Messeplatz nicht mehr zu erfüllen vermochte.

Niedersachsens fleißige Hauptstadt

Wir Hannoveraner sprechen nicht mehr gern von den Zerstörungen, die unsere Stadt so schwer getroffen haben. Unser ganzes Planen und Wirken ist darauf gerichtet, die schweren Schläge des Krieges zu überwinden und eine Stadt entstehen zu lassen, die dem guten Ruf, den Hannover von jeher als eine schöne Stadt hatte, alle Ehre macht.

Tor und Schaufenster des Westens

Hannover ist eine sehr junge Landeshauptstadt, doch schon seit langem Kopf und Herz des niedersächsischen Raumes. Hier treffen sich von jeher die Kraftlinien des niedersächsischen Landes.

Wilhelm Busch redivivus

Als im Jahre 1930 die Wilhelm-Busch-Gesellschaft wie die Tochter Zeus’ aus dem Haupte des Heimatbundes Niedersachsen entsprang, begann auch bald, soweit nicht bereits angefangen, eine Sammelei von Zeichnungen, Bildern, Bildergeschichten, Briefen, Manuskripten und Erinnerungen aller Art von und über den Meister Wilhelm Busch, so daß nach wenigen Jahren ein Museum und Archiv fällig waren, damit alles gut aufbewahrt und zugänglich gemacht werden könnte.

130 Rosensorten ...

Die „Erste Bundesgartenschau Hannover 1951“ soll nach dem Erfolg der vorjährigen Veranstaltung in Stuttgart zu einem weiteren überzeugenden Leistungsbeweis der deutschen Gärtnerschaft werden sowie die wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung des Gartenbaus bestätigen.

„Lebendigkeit und richtige Empfindung“

Im Anfang war, wie anderswo auch, die Schulkomödie der Lateinschüler im Festsaale des Rathauses oder auf dem Marktplatz. Erfolgten die englischen Komödianten und ihre deutschen Nachahmer; 1661 hat man den Hannoveranern das Spiel vom Doktor Faust vorgeführt.

Bilderbogen der Industrie

Eines der ältesten Unternehmen ist die Hanomag. Sie entstand im Juni 1835, als Georg Egestorff vor den Toren Hannovers eine kleine Fabrik errichtete.

Zwei Museen und zwei Vereine

Vielleicht ist es ein Vorzug, wenn eine Stadt keine Veranlassung sieht oder zu sehen glaubt, auf den Ehrentitel „Kunststadt“ Anspruch zu machen – ein Vorzug auch für das künstlerische Leben in ihren Mauern selbst.

Es brodelt in Nordafrika

Neben dem Industriestädtchen La Goulette erheben sich die steilen Hügel von Karthago, die Ruinen des sagenhaften Reiches der Königin Dido.

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