Alfred Hayes hat für Rossellinis Film „Paisa“ die Episode des amerikanischen Soldaten und des römischen Mädchens geschrieben. Eine Variante davon ist sein Roman „Das Mädchen auf der Via Flaminia“, der jetzt deutsch bei Rowohlt (rororo-Taschenbuch, 153 S., DM 1,50) erschienen ist. Robert, der GI, und Lisa, die junge Italienerin, werden in den letzten Kriegswochen zusammengespült. Sie sind ohne Erwartung und ohne Hoffnung. Sie könnten sich lieben, aber die Befangenheit zwischen Sieger und Besiegter, zwischen Sattem und Hungernder steht im Wege. Mit einer an Hemingway geschulten Aufrichtigkeit gegenüber der eigenen Erfahrung hat dieser amerikanische Erzähler eines der heikelsten Nachkriegsthemen bewältigt. –nn