DIE ZEIT

Mißtrauen gegen MacArthur

] Nehmen wir einmal an, im Fernen Osten käme es zu einem amerikanisch-russischen Zusammenstoß. Könnte dann die amerikanische Luftwaffe die Bomber, die sie auf englischem, französischem oder deutschem Boden stationiert hat, in ihren Schuppen lassen? Und wie würden die Sowjets darauf antworten? Diese Perspektive, die man nicht auszumalen braucht, läßt es begreiflich erscheinen, daß London und Paris bei den jetzt in Korea zu treffenden Entscheidungen mitsprechen wollen.

Über den Umgang mit Asservaten

In Hamburg ging in der vergangenen Woche der erste Asservatenprozeß zu Ende; die Angeklagten wurden freigesprochen. In München und Frankfurt sind gleiche Prozesse angelaufen; der Freispruch der Angeklagten wird erwartet, In Hannover wurde ein Asservatenverfahren vor Beginn des Prozesses niedergeschlagen.

Die Mottenkiste

Lang, lang ist’s her, seit die SPD gemeinsam mit den sozialistischen Parteien Europas die Avantgarde der Völkerverbrüderung bildete.

Nicht mehr Menschen zweiter Klasse

Die Beamten unter den Flüchtlingen und die ehemaligen Berufssoldaten hatten jahrelang in begreiflicher Ungeduld gewartet –: das Gesetz zur Regelung ihrer Rechtsverhältnisse, das soeben vom Bundestag verabschiedet wurde, bringt nun auch eine wesentliche Verbesserung ihrer Lage.

Panamerikanischer Streit

Präsident Truman hat den 14. April zum „Panamerikanischen Tag“ erklärt. Zur Erinnerung an die vor 61 Jahren erfolgte Gründung der „Panamerikanischen Union“ sollen an diesem Tage überall in den Vereinigten Staaten Feiern stattfinden, um der Welt „die engen Bande der Freundschaft zwischen dem Volk der Vereinigten Staaten und den Völkern der anderen zwanzig amerikanischen Republiken“ vor Augen zu führen.

DIE WOCHE

Von den Angeklagten im New Yoker Atomspionageprozeß wurden der Elektroingenieur Julius Rosenberg und seine Frau Ethel zum Tode verurteilt.

Klim Woroschilow

In Lugansk, in der Ukraine, wurde vor 70 Jahren dem Tagelöhner Woroschilow der Sohn Klementi Jefremowitsch geboren. Aus Lugansk wurde inzwischen Woroschilowgrad, aus dem Proletariersproß „Klim“ wurde ein Marschall der Sowjetunion und ein Mitglied des Politbüros.

Bauer und Kommunismus bleiben Feinde

Die Kollektivierung der Landwirtschaft hat in den kommunistischen Ländern nicht die gewünschte Wirkung gehabt. Weder ist die erwartete Produktionssteigerung eingetreten, noch sind die Bauern zu Proletariern geworden.

„Das ewige Spiel“

Frantisek Cap, der junge tschechische Filmregisseur, dessen „Nachtfalter“ im Jahre 1941 auf der Biennale preisgekrönt wurde und der nach dem Krieg noch mit „Männer ohne Flügel“ eine zumindest vom rein Filmischen her ungewöhnliche Epopöe der tschechischen Résistance drehte, ist vor einiger Zeit aus politischen Gründen nach dem Westen geflohen.

"Mathematik gut..."

Welch zweifelhaft Vergnügen, den Nordwestdeutschen Rundfunk zu kritisieren! Kaum hatten wir in der vorigen Ausgabe der "Zeit" geschrieben: "Der Rundfunk tönt und schweigt", da machte Dr.

Skandinaviens Wehrbereitschaft

Skandinavien wird nicht mehr lange Europas weiche Flanke sein, denn in allen drei Ländern hat die Aufrüstung begonnen. Die nun abgeschlossenen Rüstungsdebatten in Kopenhagen, Oslo und Stockholm haben erwiesen, daß alle Parteien, mit Ausnahme der Kommunisten, die Erhöhung der Wehrkraft fordern.

Heroische Komödie

Ferdinand Bruckner, der erfolgreiche Autor jener psychoanalytisch bestimmten Stücke „Verbrecher“ und „Elisabeth von England“, ist nach siebzehn Jahren nach Berlin zurückgekehrt, um seine vor mehr als zehn Jahren entstandene „Heroische Komödie“ im Hebbel-Theater zu sehen.

„Wir alle sind Sportler“

Bisher hatte ich geglaubt, der Sport sei eine Angelegenheit für junge Leute oder höchstens für solche „älteren Semester“, die mit ihrer Zeit nichts Besseres anzufangen wüßten, Seitdem ich jedoch in Berlin die „Deutsche Sport-Ausstellung“ am Funkturm gesehen habe, bin ich verpflichtet, allen Hochmut fahren zu lassen – aber auch allen unnötigen Respekt.

Notizen

Die im Jahre 1911 auf Anregung Kaiser Wilhelms II. gegründete „Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft“ ist jetzt formell aufgelöst worden.

Was wir dürfen und was wir können

Nun sind endlich jene Beschränkungen gefallen, die seit Kriegsende so schwer auf der deutschen Wirtschaft gelastet haben, und wir stehen am Anfang einer neuen Periode.

Gründgens setzt sich durch

Seitdem wir feststellen mußten, daß die Stadt Düsseldorf ihre Chance, ein Mittelpunkt der deutschen Theaterkultur zu werden, verpaßt habe („Die Zeit“ vom 15.

Die Zwillinge

Es wurden zwei Knaben als Zwillinge geboren. Schnell nacheinander verließen sie den Schoß der Mutter. Und es erwies sich, sie waren einander ähnlicher als sonst zwei Dinge gleicher Form.

So war’s nicht gemeint

In einer reizenden Rede hatte vor kurzem Bundespräsident Professor Heuss 200 Delegierten des Theaters in Bad Ems den holden Schwindel ihrer Kunst bestätigt.

Einladung zum Denken

Aus dem Nachlaß Paul Valérys ist jetzt kürzlich – bei Gallimard – ein Prosaband „Histoires brisées“ erschienen. „Bruchstücke von Geschichten“ – läßt sich vielleicht dem Sinne nach sagen.

Just scheut sich nicht

Wenn auch die Gerüchte nicht stimmen, denen zufolge das Niveau der bisherigen Funklotterie des NWDR so gehalten gewesen wäre, daß sogar die Mantelpaviane von Hagenbeck richtige Lösungen einsandten, so gibt der neue Start am 1.

Theater – ein Spiel des Geistes

Im „Théâtre de Paris“ wird zur Zeit von Roger Vitrac eine Komödie gegeben. Sie hieß zuerst „Die Passagiere des Kometen“, dann „Das Leben wie es ist“ und schließlich „Die Vogelscheuche“ (L’Epouvantail).

Der letzte Beckmann

In der Buchholz Gallery in New York werden in einer Ausstellung die Bilder gezeigt, die Max Beckmann in seinem letzten Lebensjahr gemalt hat.

Bildersammeln leicht gemacht

Der wenig begüterte Kunstfreund pflegt heute die begrenzten Beträge, die er für seine Liebhaberei zu erübrigen vermag, etwa in Mappen mit farbigen Wiedergaben nach Meisterwerken der Kunst anzulegen, die zwar durchweg anständig gedruckt sind, aber doch nur wenig von dem unmittelbaren Eindruck des Originals vermitteln können.

Hans Leisegang †

Den Philosophen ist der Umgang mit der Wahrheit aufgetragen. Das heißt aber nicht, daß jeder im praktischen Leben jederzeit mit der Wahrhaftigkeit so Ernst macht wie Hans Leisegang.

Werften wird Vorrang zugebilligt

Der neue Rohstoff-Experte der Bundesregierung, Generaldirektor Friedrich von der Harburger Gummiwerke Phoenix AG., kommt aus Hamburg und kennt aus eigener Anschauung die Bedeutung von Schiffbau und Handelsflotte.

Nicht Sterlingblock!

Noch ist es Zeit, ein verwirrendes Auseinanderlaufen von deutschem und englischem Sprachgebrauch zu verhindern: Prof. Erhard hat den „Beitritt zum Sterlingblock“ bekanntgegeben und meinte doch nur den Beitritt zum Sterling-Transfer-Block.

Altmetall viel billiger

Der Altmetallmarkt hat in den vergangenen Wochen erhebliche Preiseinbrüche erfahren. So wurden Ende März für 100 kg Altzink 130 bis 140 DM gezahlt gegenüber 265 bis 275 DM im Februar; Rotguß und Maschinenrotguß 330 bis 350 DM (500 bis 520), Leichtmessing 190 bis 200 DM (270 bis 275), Schwermessing 240 bis 250 DM (370 bis 380).

JEIA immun?

Um 26 000 englische Pfund ging es in der vergangenen Woche vor einem amerikanischen Gericht der Alliierten Hohen Kommission in Frankfurt/Main.

Steuern werden „Konsumgeld“

Wichtig ist in diesem Zusammenhang noch, dem Irrtum entgegenzutreten, als könne (oder dürfe, solle, müsse) der Finanzminister die „überflüssige Kaufkraft“ – also ein Ding, das es realiter gar nicht gibt – durch Steuern abschöpfen, Da er die „Abschöpfungsbeträge“ ja nicht etwa hortet, sondern sie in Form von Sozialhilfen, Besatzungskosten, Löhnen, Gehältern und Anschaffungen wieder in Umlauf bringt und entweder (mit dem größten Teil der Gelder) primär oder aber doch (mit Teilbeträgen) sekundär daraus wieder.

Auch für Regierungsräte?

Der vorstehende Aufsatz war bereits geschrieben, als aus Bonn die Meldung eintraf, daß vom Kabinett beabsichtigt sei, „Lebensmittelverbilligungsscheine“ im Gegenwert von 400 Mill.

Weniger Fürsorge-Empfänger denn je!

Der CDU-Abgeordnete Anlagen hat mit Recht darauf hingewiesen, daß das Sozialversicherungs-Anpassungsgesetz mit seinen schematischen Zuschlagen den Versicherungscharakter der gesetzlichen Rentenversicherung stark verwässert hat.

Bundestag hilft „den Ärmsten der Armen“

Am 15. März hat der Bundestag eine höhung der Sätze für die Arbeitslosenversicherung und der (nicht versicherungsmäßig fundierten) Leistungen für die Arbeitslosenfürsorge um je 10 v.

Wien bedauert Bonns Einfuhrstop

Die drastischen Reduzierungen der deutschen Einfuhren auf lebenswichtige Güter als Rückschlag der Liberalisierungspolitik hat kaum einen anderen Außenhandelspartner der Bundesrepublik schwerer getroffen als Österreich.

Aktive SABENA

Jede halbe Stunde fliegt irgendwo in der Welt ein Sabena-Flugzeug ab. Diese Feststellung ist ein überzeugender Beweis von den Leistungen der belgischen Luftverkehrsgesellschaft, die auf eine 27jährige Erfahrung zurückblicken kann.

Politik mit Kumpel-Löhnen

Tarifkündigungen von Arbeitnehmerseite sind in fast allen Wirtschaftszweigen nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel. So ist bei Kohle der gerade erst zum 1.

Fünfzehn Tage mit dem Tode

Wir beginnen heute eine Veröffentlichung aus dem Werk „Quinze jours avec la mort“ von Henri Béraud, für die „Die Zeit“ das Alleinrecht für Deutschland erworben hat.

Sonnengelb statt küchenblau

Irgend etwas ist es, was die Amerikaner – Kinder und Erwachsene – auf den ersten Blick von „Unsereinem“ unterscheidet. Eine gewisse Unbekümmertheit des Gehabens, ein – gelegentlich kopfschüttelnd – bewunderter Mut zur Buntheit.

Evi findet keinen Mann

Als ich Evi vor einigen Wochen auf einem Kostümfest traf, sah sie reizender aus als je. Sie hatte sich als Griechin zurechtgemacht und schleppte einen Mann hinter sich her, der offensichtlich hündisch verliebt in sie war.

Männer sind farbuntüchtiger

Es war im letzten Kriege, als man auf den pfiffigen Gedanken kam, ein Farbenblinder könne durch Farbtarnung an Bauten und Fahrzeugen schwerer getäuscht werden.

Synthetischer Dirigent

Als Freund, Mitarbeiter und Vertrauter durch lange Jahre schrieb Friedrich Herzfeld dem Dirigenten Wilhelm Furtwängler eine Biographie, die in jeder Hinsicht authentisch genannt werden darf.

Eine Stimme in der Wüste

Im allgemeinen ist’s eine mißliche Sache, Zeitungsaufsätze in Buchform herauszubringen. Zu den seltenen Ausnahmen gehören Carl Sonnenscheins „Notizen“, die jetzt der Verlag Josef Knecht, Frankfurt am Main, in zwei Auswahlbändchen vorlegt.

Die verstellten Maßstäbe

Ich merke die Ironie von allem, besonders wo keine Ironie ist. Wenigstens sagen meine Freunde, Gott meine es ernst, sogar die Natur sei ohne Ironie.

Geburt ohne Furcht

Alle Angst der Kreatur ist biologisch sinnvoll. Stets steckt eine Schutzmaßnahme in ihr. Die Tiere haben die für sie typischen Furcht-Instinkte auf ihrem stammesgeschichtlichen Werdeweg erworben.

Seegekühlt

Wer als Säugling in einer Persenning mit Salzwasser gebadet und hinterher von derben Matrosenfäusten abgerieben wurde, dem ist die See weiß Gott über Haut und Knochen hinaus bis ans Herz gedrungen.

Generationen und Landschaften

Werner Beumelburg: Hundert Jahre sind wie ein Tag. Roman einer Familie (Oldenburger Verlagshaus, Oldenburg, 551 S., Leinen DM 9,80).

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