Wer als Säugling in einer Persenning mit Salzwasser gebadet und hinterher von derben Matrosenfäusten abgerieben wurde, dem ist die See weiß Gott über Haut und Knochen hinaus bis ans Herz gedrungen. Und wenn der Säugling dann noch ein weibliches Baby ist, dann mag es wohl sein, daß die Männer es später mit ihm schwer haben werden.

Siebzehn Jahre ihres Lebens hat die amerikanische Schauspielerin Joan Lowell auf dem Segler ihres Vaters, des Kapitäns, zugebracht. Nun hat sie ein Buch über ihre Erlebnisse geschrieben, das jetzt in Deutschland als rororo-Roman erschienen ist. „Ich spucke gegen den Wind“ heißt der Titel des Buches und das erste Kapitel; darin wird erzählt, wie das kleine Mädchen zu spucken versucht wie die alten Seeleute. Nicht nur gegen den Wind auf See, sondern auch gegen allerlei Konvention und gegen die Vorstellung, daß man sich so gerade die Erziehung eines jungen Mädchens auch nicht gedacht hat. Aber diese siebzehn Jahre Seefahrt machen aus Joan ein Mädchen von Sachlichkeit und seegekühlter Liebe, mit dem man Pferde stehlen kann. P. H.