Wichtig ist in diesem Zusammenhang noch, dem Irrtum entgegenzutreten, als könne (oder dürfe, solle, müsse) der Finanzminister die „überflüssige Kaufkraft“ – also ein Ding, das es realiter gar nicht gibt – durch Steuern abschöpfen, Da er die „Abschöpfungsbeträge“ ja nicht etwa hortet, sondern sie in Form von Sozialhilfen, Besatzungskosten, Löhnen, Gehältern und Anschaffungen wieder in Umlauf bringt und entweder (mit dem größten Teil der Gelder) primär oder aber doch (mit Teilbeträgen) sekundär daraus wieder. „Konsumentengeld“ entstehen läßt, ist dies Rezept grundsätzlich falsch: diagnostisch wie therapeutisch. Man lasse sich also durch Schäffer und seine Helfershelfer nicht den Blick für die realen Zusammenhänge vernebeln und dringe immer wieder auf äußerste Sparsamkeit, auch bei den sogenannten Ausgaben „zur Erhaltung des sozialen Friedens“, die ja – zu einem sehr erheblichen Teil! – durchaus nicht so zwangsläufig sind, wie allgemein (und speziell von den Herren Abgeordneten des Bundestags) angenommen wird. Wir haben das hier an anderer Stelle zu belegen versucht und werden dies Thema noch mehrfach behandeln müssen, weil es gerade auf diesem Gebiete an der nötigen Kenntnis der Sachverhalte fehlt und deshalb „gefühlsmäßig“ geurteilt wird – was in Gelddingen ja immer falsch ist.

Dazu noch ein Schlußwort. Wenn es wirklich so wäre, daß wir „über unsre Verhältnisse gelebt“ haben, oder – wie die Gegner der Liberalisierungspolitik, die Bauernvereine nämlich und Dr. Schumacher, unisono sagen – „gepumpt haben, und das Gepumpte verschleudert“, dann hätten das ja nicht nur einige wenige Wohlhabende getan (ihr „Aufwand“ an Austern, Nylons und Pelzen würde nämlich gar nicht beim Gesamtumsatz und bei der Einfuhr zu Buch schlagen!), sondern dann wären wir Sünder allzumal. Und der Hauptschuldige wäre dann die öffentliche Hand mit ihrem eigenen Aufwand, noch mehr mit einem Steuersystem, einer Steuer- und „Beihilfen“-Praxis, die den Verbrauch, den „kleinen Schwindel“ und das „Kostenanschreiben“ fördern, die echte wirtschaftliche Leistung aber hintanhalten. Und: am meisten mit ihrer Subventionspolitik. die den Konsum von Einfuhrwaren ebenso prämiert hat, wie den Verschleiß von Wohnungen – echten. Kapitalverzehr! Hier also sind die wahren Sünden zu finden: wenn man sich schon einmal der Mühe unterziehen will, sie zu suchen... Erwin Topf