R. K. N., Basel, im April

Wie sehr auch die Basler Mustermesse in diesem Jahr im Zeichen der allgemeinen weltwirtschaftlichen Schwierigkeiten steht, unterstrich der Messedirektor bereits in seiner Ansprache am Pressetag. Er sagte, daß stürmische Nachfrageerhöhung, ernste Rohstoffknappheit, internationale Haussebewegung, Änderung der Exportrichtung und weitgehende Deliberalisierung der internationalen Wirtschaft auch die der Schweiz vor besondere Aufgaben stellen.

So unternimmt gerade an der Basler Mustermesse die schweizerische Exportindustrie alle. Anstrengungen, sich der veränderten Lage anzupassen und ist mit einer neuen Rekordzahl von Ständen vertreten. Die Textilindustrie, die Maschinen- und Elektroindustrie stehen auch diesmal wieder im Mittelpunkt der Ausstellung. Imposant ist ebenfalls die Schau der schweizerischen Möbel-, Schuh- und Büroeinrichtungsindustrie. Eines der zahlreichen Zeichen für die besondere Wirtschaftlage, in der diese Mustermesse stattfindet, ist das gestiegene Kaufinteresse des In- und Auslandes, das auch in Rekordzahlen von Besuchern seinen Ausdruck findet. Doch weniger die Kauflust als die Kaufkraft des Auslandes, seine Devisenlage und Importfreiheit, daneben aber auch die Importmöglichkeiten der Schweiz selbst, die auf vielen Gebieten schon mit erheblichen Rohstoff Schwierigkeiten zu kämpfen hat, werden die Geschäftsbilanz der Mustermesse bestimmen. Daß die Schweiz als traditionelles Exportland jede Anstrengung unternimmt, sich im internationalen Geschäft zu erhalten und business at usual zu treiben, beweist sehr deutlich jeder Messerundgang. Gegründet in einer Zeit, als nach dem ersten Weltkrieg die Weltwirtschaft in ähnlichen Krämpfen lag, ist die Basler Mustermesse trotz deutscher Zahlungskrise, verschärfter Austerity in England und Devisenmangel in Österreich optimistisch.