Wer es nicht gesehen hat, glaubt es nicht: In der Sowjetzone stehen seit langem an allen markanten Punkten kleine und große Stalinbilder wie andernorts die Straßenlaternen. Auf den Bahnhöfen, über Eingängen, Toreinfahrten, Straßen, an Häuserwänden, Plakatsäulen, Verkehrsmitteln, mit und ohne Fähnchen, Girlanden, Spruchbändern. Ein Reisender, der das rote Rußland nicht kennt, könnte zweifeln, ob dieser plakatierte Kitsch eine Beleidigung des „größten Staatsmannes aller Zeiten Josef Vissarionovich Stalin, ein mahnendes Schreckmittel oder aber Werbung und Huldigung sein soll. Eine Antwort wurde inzwischen gegeben: Ein Angestellter der Ostzonen-Eisenbahn berührte eines dieser Standbilder, das am Eingang eines Bahnbetriebswerkes bei Dresden angebracht war, und löste durch seine „Liebkosung“ eine Alarmanlage aus, die gewisse frevelhafte Bilderstürmer endlich entlarven sollte. Der arme Kerl wurde verhaftet. Motto: Catch as Kitsch can. B.